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SAP im Facility Management

Facility Management: FM-Software » Strategie » SAP

Einsatz von SAP im Facility Management

Facility Management (FM) umfasst die ganzheitliche Bewirtschaftung von Immobilien und Anlagen – von technischen Einrichtungen bis hin zu Infrastrukturdiensten. FM gliedert sich klassisch in technisches, infrastrukturelles und kaufmännisches Gebäudemanagement. Das technische FM kümmert sich um die Instandhaltung von Anlagen, das infrastrukturelle FM um Dienstleistungen wie Reinigung oder Sicherheitsdienste, und das kaufmännische FM um Vertragsmanagement, Flächenverwaltung und Kostencontrolling. Moderne CAFM-Systeme (Computer-Aided Facility Management) unterstützen diese Aufgaben softwaregestützt, indem sie sämtliche immobilienbezogenen Prozesse digital abbilden und steuern. Ziel ist es, Anforderungen (Demands) aus dem Betrieb nahtlos in umsetzbare FM-Leistungen zu übersetzen – von der Anforderung bis zur Umsetzung, wie es im Demand Management heißt.

In der Praxis bedeutet dies, zunächst die Bedarfe der Nutzer und des Kerngeschäfts zu analysieren (z.B. Wartungsbedarf, Flächenanforderungen, Services) und dann End-to-End-Prozesse für deren Abwicklung zu definieren. Wichtig ist eine gemeinsame „Sprache“: FM-Verantwortliche und IT-Experten müssen Anforderungen in Prozessabläufen so beschreiben, dass digitale Systeme diese unterstützen können. Beispielsweise sollte eine Instandhaltungsanforderung strukturiert als Ticket erfasst, in eine Wartungsplanung überführt und bis zur Ausführung und Rückmeldung digital verfolgt werden. Geschäftsmodellanalyse, Reifegradbewertung der Organisation und das Erkennen von Pain Points bilden die Grundlage, um die richtigen digitalen Lösungen auszuwählen. Berater können hierbei als partnerschaftliche Begleiter agieren, um die Brücke zwischen operativer FM-Praxis und IT zu schlagen.

Ein CAFM-System dient letztlich dazu, alle relevanten Gebäudedaten, Prozesse und Akteure in einer Plattform zu vereinen. Das schafft Transparenz und durchgängige Datenflüsse, was für ein effektives FM essenziell ist[1]. Insbesondere leitende FM-Verantwortliche profitieren von übersichtlichen Kennzahlen und Berichten in Echtzeit, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

SAP im Facility Management: Digitale Assetsteuerung

SAP als CAFM-System: Möglichkeiten, Grenzen und Module

SAP wird traditionell nicht als klassisches CAFM-System vermarktet – „SAP sagt zwar, man sei kein CAFM-System“. Dennoch lässt sich Facility Management mit der Software wirkungsvoll realisieren. Viele Unternehmen nutzen bereits SAP als zentrales ERP und haben damit vieles parat, das CAFM benötigt: eine robuste Datenbank, Module für Anlagen, Flächen, Verträge, Finanzen und mehr. Durch geeignete Strukturierung der Daten und Ergänzung um grafische Komponenten (z.B. CAD-Pläne) kann SAP die Aufgaben eines CAFM-Systems übernehmen. Wichtig ist zu verstehen, welche SAP-Module welche FM-Bereiche abdecken und wo die Grenzen liegen.

  • Stärken von SAP im FM: Das SAP-System bietet integrierte Module für nahezu alle Geschäftsprozesse. Für FM-relevante Vorgänge bedeutet das: Wartungsaufträge fließen direkt in die Finanzbuchhaltung ein, Beschaffungen von Ersatzteilen laufen über das zentrale Einkaufsmodul, und alle Daten liegen in einer gemeinsamen Datenbasis. Diese Integration ermöglicht durchgängige Prozesse und hohe Datenqualität, da keine Insellösungen oder Schnittstellenbrüche zwischen separaten CAFM-Tools und ERP bestehen. FM-Leistungen können so nahtlos in die Unternehmensprozesse eingebettet werden (z.B. automatische Kostenverbuchung von Wartungsarbeiten, Verknüpfung von Flächendaten mit Mietverträgen). Darüber hinaus ist SAP durch seine Skalierbarkeit und Sicherheitsstandards attraktiv für Industrieunternehmen, die meist bereits über eine SAP-Systemlandschaft verfügen.

  • Grenzen und Herausforderungen: Die Kehrseite der Medaille sind Komplexität und Customizing-Aufwand. SAP ist ein generisches ERP-System, das zunächst angepasst werden muss, um spezielle FM-Funktionen bereitzustellen. Spezialisierte CAFM-Software ist oft benutzerfreundlicher und auf FM-Prozesse vorkonfiguriert, während SAP umfangreiches Customizing und Schulungen erfordern kann. Studien zeigen, dass SAP-Einführungen im FM teurer und langwieriger sein können als CAFM-Standardlösungen. Unternehmen müssen evtl. externe Berater und Entwickler hinzuziehen, um z.B. eine grafische Flächenverwaltung oder Helpdesk-Funktion in SAP abzubilden. Das kann initial höhere Kosten bedeuten. Allerdings relativiert sich dies langfristig, wenn man Lizenz- und Integrationsaufwände für separate Systeme einrechnet und den Nutzen einer konsistenten Systemlandschaft betrachtet.

  • Ein weiterer Aspekt ist die Usability: Während moderne CAFM-Tools oft eine intuitive Oberfläche haben, galt SAP lange als wenig anwenderfreundlich. Hier hat sich mit SAP Fiori jedoch viel verbessert – die Nutzerakzeptanz steigt, wenn FM-Mitarbeiter mobile Apps und grafische Dashboards statt der klassischen SAP-GUI nutzen können.

SAP-Module im Überblick

SAP stellt für die verschiedenen FM-Aufgabenbereiche einzelne Module bzw. Komponenten bereit.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht, welche Module im SAP-Umfeld typischerweise für FM-Prozesse eingesetzt werden und welche Aufgaben sie abdecken:

FM-Funktionsbereich

Eingesetztes SAP-Modul/Lösung

Anlagen- und Wartungsmanagement (technisches FM)

SAP PM (Plant Maintenance) – Instandhaltung, Wartungsplanung, Störungsmanagement; integrierter Bestandteil von SAP EAM (Enterprise Asset Management)[10].

Kaufmännisches Immobilienmanagement (Mieten, Verträge, Kosten)

SAP RE-FX (Flexible Real Estate Management) – Verwaltung von Immobilienobjekten, Mietverträgen, Flächen und Mietern; Integration in FI/CO. Alternativ SAP Cloud for Real Estate für Portfolio-Analysen. Finanz- und Kostenprozesse über SAP FI/CO (Finance & Controlling).

Infrastrukturelles FM (Serviceprozesse)

SAP PM/CS – Nutzung von Wartungs- und Serviceaufträgen auch für infrastrukturelle Dienstleistungen (z.B. Reinigungsaufträge als SAP-Auftrag). SAP MM (Materials Management) – Beschaffung von FM-Dienstleistungen und -Materialien (Bestellungen, Service Entry Sheets). SAP Field Service Management – optional für Einsatzplanung mobiler Techniker (vor allem bei extern erbrachten Services).

Investitions- und Bauprojektmanagement

SAP PS (Project System) – Projektstrukturpläne für Baumaßnahmen, Kosten- und Termincontrolling von Bauprojekten. Ergänzend SAP Investment Management für Investitionsanträge und Budgetfreigaben. Ergebnisse fließen in FI/CO für Budgetüberwachung.

Dokumenten- und Planmanagement

SAP DMS (Document Management System) – Ablage von technischen Dokumenten, Plänen, Wartungsanleitungen etc. direkt in SAP, verknüpft mit Anlagen und Aufträgen.

Reporting und Analytics

SAP BW/Analytics – Auswertungen über FM-Kennzahlen (z.B. Betriebskosten, Instandhaltungskosten, Flächenauslastung) und Embedded Analytics in S/4HANA; individuelle Fiori-Reports, KPI-Cockpits.

Nachhaltigkeits- und Energiekennzahlen

SAP Sustainability Control Tower – neue Cloud-Lösung zur Erfassung und Berichterstattung von ESG-Kennzahlen (z.B. Energieverbräuche, Emissionen). Integration von FM-Daten (Gebäudedaten, Zählerstände) in Sustainability-Reports; SAP EHS (Environment, Health & Safety) für Umweltkennzahlen und Compliance.

Grafische Integration (CAD/BIM)

SAP Graphics Integration via Partnerlösungen: Darstellung von CAD-Plänen und BIM-Modellen in SAP UI, Verknüpfung von grafischen Objekten mit SAP-Daten. Nutzen von Autodesk Platform Services (Forge) für 3D-Viewer in SAP.

SAP deckt grundsätzlich alle FM-Belange mit Standardmodulen ab – von der technischen Wartung bis zur Mietvertragsverwaltung. In der Industrie – etwa in einem Produktionsunternehmen oder einem Liegenschaftsbetreiber – kann SAP so zum zentralen „Single Source of Truth“ für alle Gebäude- und Anlagendaten werden. Wichtig ist jedoch ein durchdachtes Datenmodell und ausreichend Customizing: So müssen z.B. Gebäudestrukturen sinnvoll in SAP abgebildet werden (etwa als Anlagenhierarchie oder Nutzung von RE-FX), damit technische und kaufmännische Informationen verknüpft sind. Fehlende Komfortfunktionen (wie grafische Raumplanung oder Helpdesks) können durch Add-ons von spezialisierten Partnern ergänzt werden. Die Entscheidung „SAP vs. spezialisiertes CAFM“ ist letztlich strategisch: SAP punktet mit Integration und Skaleneffekten, während dedizierte CAFM-Tools oft schneller implementierbar und bedienfreundlicher sind. Viele große Industrieunternehmen tendieren dazu, SAP als Plattform zu bevorzugen und gezielt zu erweitern, um Insellösungen zu vermeiden – insbesondere, wenn bereits SAP-Know-how im Unternehmen vorhanden ist.

Moderne SAP-Oberflächen: FIORI-Apps im Facility Management

Eine der größten Veränderungen in der SAP-Welt der letzten Jahre ist die Einführung der SAP Fiori Technologie. Fiori stellt eine Sammlung moderner, rollenbasierter Apps mit einem einheitlichen, webbasierten Benutzerinterface dar. Für das Facility Management bedeutet dies intuitivere Bedienung, mobile Nutzbarkeit und bessere Akzeptanz bei allen Beteiligten. Wo früher SAP GUI-Transaktionen genutzt wurden, stehen heute übersichtliche Kacheln und Apps für typische FM-Aufgaben zur Verfügung. So gibt es z.B. Fiori-Apps zum Melden von Störungen, zur Anlagenübersicht, für Freigaben oder zur Einsatzplanung. Viele dieser Apps lassen sich auf Tablets oder Smartphones verwenden, was insbesondere Technikern im Feld zugutekommt. Gebäudedaten, Wartungspläne oder Tickets können direkt vor Ort eingesehen und aktualisiert werden.

SAP S/4HANA mit Fiori bietet ein intelligentes, mobilfähiges und äußerst benutzerfreundliches Maintenance-Erlebnis. Durch die Ausrichtung des gesamten Instandhaltungs-Lebenszyklus auf strukturierte Fiori-Apps lassen sich Anlagenstillstände deutlich reduzieren, Freigaben beschleunigen und ein neues Niveau operativer Exzellenz erreichen.

Dies verdeutlicht, wie Fiori die Instandhaltungsprozesse End-to-End digitalisiert. Konkret können Techniker über eine App Wartungsbedarfe melden, die als Maintenance Request erfasst werden. Vorgesetzte prüfen die Meldungen in einer Eingangsprüfung-App und wandeln sie in Aufträge um. Der Planer nutzt Fiori-Apps, um Materialien zu reservieren, Arbeitspläne zu erstellen und Termine zu koordinieren. Freigaben erfolgen per Mobilgerät in der Manager-App („Meine Inbox“), und die Techniker erhalten ihren Arbeitsauftrag auf dem Tablet (mit App wie „Perform Maintenance Jobs“) und können Rückmeldungen, Zeiten und Fotos direkt vor Ort eingeben.

Durch diese durchgängige Digitalisierung entfallen Papierformulare und doppelte Datenerfassung. Wartungsleiter können über Dashboards jederzeit den Status aller Meldungen, Aufträge und Prüfungen einsehen. Fiori-Apps wie „Maintenance Backlog“ oder „Technische Objekte“ liefern Kennzahlen zur Performance der FM-Prozesse. Auch im infrastrukturellen FM helfen Fiori-Oberflächen – z.B. bei Raumbuchungen, Besuchermanagement oder Reinigungsrückmeldungen – oft sind dies jedoch kundenspezifische Apps auf Basis von SAP UI5.

In Summe führt Fiori zu einer deutlich verbesserten User Experience im FM mit SAP. Mitarbeiter auf allen Ebenen – vom Hausmeister bis zum FM-Leiter – akzeptieren digitale Prozesse leichter, wenn die Software einfach zu bedienen ist. Dies trägt maßgeblich zum Erfolg von SAP-CFM-Projekten bei, da Medienbrüche und Workarounds minimiert werden. Zudem eröffnet Fiori die Möglichkeit, neue Technologien einzubinden: z.B. Geoinformationen, Karten oder Grafiken direkt in der App anzuzeigen, Push-Benachrichtigungen über Aufgaben zu erhalten oder Offline-Funktionalität bereitzustellen (etwa mit der mobilen App SAP Asset Manager). Unternehmen wie M&P BEGIS setzen auf UI5/Fiori-basierte Zusatzlösungen, um FM-Prozesse weiter zu optimieren – z.B. ein Dienstleisterportal oder ein FM-Ticketsystem wurden dort als Fiori-Webanwendungen entwickelt.

Unterm Strich macht Fiori aus dem ehemals schwerfälligen SAP eine moderne FM-Plattform, die mit aktuellen CAFM-Systemen in Sachen Benutzerfreundlichkeit mithalten kann. Gerade leitende FM-Verantwortliche profitieren von Cockpits mit Kennzahlen (KPIs) zu Kosten, Leistungen und Compliance. Diese Informationen können in Fiori grafisch aufbereitet und individuell gefiltert werden. Beispielsweise lassen sich Instandhaltungskosten nach Objekt auswerten oder Flächenauslastungen pro Gebäude visualisieren – wichtige Entscheidungsgrundlagen für strategisches FM.

Smart Maintenance in SAP PM: Definition und Einsatz

Mit Smart Maintenance wird eine intelligente, vorausschauende Instandhaltung bezeichnet, die moderne Technologien einbindet. In SAP PM – dem Wartungsmodul – bedeutet dies vor allem die Nutzung von Echtzeitdaten, Sensorik und Analytics, um Wartungen bedarfsgerecht zu planen. Weg von starren Intervallen, hin zu zustandsbasierter Wartung – so lässt sich das Paradigma zusammenfassen. SAP selbst definiert Predictive Maintenance als „datengetriebene Methode, die Wartungsintervalle auf Basis des tatsächlichen Anlagenzustands optimiert statt auf festen Zeiten“. Hierbei erfassen Sensoren an Maschinen laufend Zustandswerte (z.B. Temperaturen, Vibrationen, Laufzeiten) und übertragen diese an SAP oder verbundene IoT-Plattformen. Analysen erkennen Muster oder Anomalien und lösen Wartungsbedarfe automatisch aus, bevor ein Ausfall eintritt.

Kernidee

Der Zustand der Anlage diktiert den Wartungszeitpunkt, nicht mehr starre Wartungspläne. Beispielsweise kann ein Lüftungsmotor, der ungewöhnliche Schwingungen zeigt, eine automatische Instandhaltungsmeldung generieren. SAP PM integriert hierzu Lösungen wie die SAP Predictive Asset Insights, welche Sensorik und Machine Learning nutzen, um Ausfallwahrscheinlichkeiten zu berechnen.

Nutzen von Smart Maintenance

Durch vorausschauende Wartung lassen sich Kosten senken und die Anlageneffizienz steigern.

Laut PwC-Studien kann Predictive Maintenance:

  • Wartungskosten um bis zu 12 % reduzieren (weniger ungeplante Reparaturen),

  • Anlagenverfügbarkeiten um ~9 % erhöhen (weniger Ausfälle),

  • die Lebensdauer von Assets um ~20 % verlängern (Schonung der Anlagen durch rechtzeitige Pflege).

Diese Effekte sind in der Industrie besonders relevant, gelten aber auch im Facility Management: Auch Gebäude- und Versorgungsanlagen (Klima, Heizung, Aufzüge etc.) profitieren von weniger Störungen und optimalen Wartungszyklen. Zudem unterstützt Smart Maintenance Nachhaltigkeitsziele, da gut gewartete Anlagen energieeffizienter laufen und weniger Verbrauchsmaterial anfällt.

  • Umsetzung in SAP PM: Praktisch wird in SAP eine Kombination aus präventiver und prädiktiver Instandhaltung eingesetzt. Zyklische Wartungspläne (zeit- oder zählerbasiert) können im System hinterlegt werden – etwa eine jährliche Wartung für eine Druckluftanlage oder alle 1.000 Betriebsstunden. Diese erzeugen automatisch Aufträge zum fälligen Zeitpunkt. Zusätzlich können Messpunkte und Grenzwerte eingerichtet werden: Überschreitet z.B. die Temperatur an einem Transformator einen Schwellwert, generiert SAP eine Instandhaltungsmeldung automatisch. Moderne Implementierungen binden IoT-Plattformen an – z.B. SAP IoT oder Drittanbieter – die kontinuierlich Messdaten ans SAP schicken.

  • SAP PM fungiert dann als zentrale Steuerungsinstanz: Es empfängt die Auslöse-Events und erstellt automatisch Wartungsaufträge, die den Technikern zugewiesen werden. Ein Beispiel aus der Praxis: „Mit dem Flexus Maintenance Solution ist es möglich, dass Maschinen über das Alerting-System eigenständig Aufträge im SAP anlegen, sobald eine Störung auftritt.“. So eine Automatisierung reduziert die Reaktionszeit enorm – das System meldet den Fehler, bevor ihn jemand manuell erfasst hat.

  • Neben der Technik bedarf es für Smart Maintenance auch eines Kulturwandels in der Organisation: Wartungsteams müssen Vertrauen in die digitalen Prognosen fassen und von reaktiver zu proaktiver Arbeitsweise wechseln. Gleichzeitig erfordert die Einführung Investitionen in Sensorik, Konnektivität und Datenanalyse. Doch SAP bietet hierfür inzwischen Out-of-the-Box-Lösungen an, etwa fertig integrierte Predictive-Maintenance-Szenarien in S/4HANA oder die erwähnten Cloud-Services auf der SAP BTP. Damit wird die technische Hürde immer niedriger.

  • Smart Maintenance umfasst über die reine Predictive Maintenance hinaus auch Themen wie digitale Wartungsassistenz (z.B. Anleitungen per Tablet, ggf. mit AR-Unterstützung), Ersatzteiloptimierung (durch bessere Prognosen des Bedarfs) und Wissensmanagement (Aufbau einer Wissensbasis aus Sensordaten und Instandhaltungshistorie). SAP PM bietet die Grundlage, all diese Aspekte zu integrieren, indem es als Drehscheibe für Asset-Daten dient. Über SAP Asset Intelligence Network (AIN) können bspw. Hersteller von Anlagen ihre Wartungsdaten mitbetreiben, über SAP Asset Strategy and Performance Management können risikobasierte Wartungsstrategien definiert werden[32]. Diese neuen Lösungen fallen alle unter den Oberbegriff SAP Intelligent Asset Management (IAM).

  • Für den FM-Leiter bedeutet Smart Maintenance vor allem, dass Anlagenverfügbarkeit und Planungssicherheit steigen. Unangenehme Überraschungen – wie ein plötzlicher Heizungsausfall im Winter – lassen sich durch smarte Sensorik eher vorausahnen und in geplante Maßnahmen überführen. So werden ungeplante Stillstände minimiert und die zufriedenen Nutzer (z.B. produktionsverantwortliche Abteilungen oder Mieter) danken es. Insgesamt wandelt sich die Instandhaltung vom „notwendigen Kostenfaktor“ zu einem strategischen Erfolgsfaktor, der aktiv zur Wertschöpfung beiträgt, indem er Ausfälle verhindert, Kosten optimiert und sogar Nachhaltigkeit unterstützt.

BIM-Integration: Visualisierung und Steuerung von Investitionsprojekten

Für Bau- und Investitionsprojekte gewinnt Building Information Modeling (BIM) auch im Facility Management stark an Bedeutung. Während BIM in der Planungs- und Bauphase bereits etabliert ist, liegt großes Potenzial darin, die aus BIM gewonnenen Gebäudedaten im späteren Betrieb und bei Modernisierungen zu nutzen. SAP als zentrale Plattform kann hier als Bindeglied zwischen Bauprojekten und FM-Betrieb dienen. Die Integration von BIM-Daten in SAP ermöglicht eine einheitliche Sicht auf den gesamten Gebäudelebenszyklus – von der Planung über den Bau bis zum Betrieb. Konkret heißt das: Ein digitales Gebäudemodell (etwa ein in Revit erstellter 3D-Bau) kann genutzt werden, um Projektdaten und Betriebsdaten zu verknüpfen.

Solche Integrationen machen komplizierte Abstimmungen zwischen CAD/BIM-Software und ERP überflüssig – die Daten aus dem Bauprojekt werden effizient im Betrieb genutzt. Die nahtlose Übertragung von BIM-Daten ins SAP ist allerdings eine anspruchsvolle Aufgabe. Wichtig ist ein klarer Ansatz, z.B. das Data2Target-Prinzip, bei dem genau definiert wird, welche BIM-Information in welcher Struktur ins FM-System übernommen werden soll. Schließlich sind Begriffe in BIM und SAP nicht immer identisch (eine „Tür“ im BIM-Modell muss eindeutig einer Tür-Objektklasse in SAP zugeordnet werden, inklusive aller Attribute).

SAP bietet für die kaufmännische Seite von Immobilienprojekten bereits das Modul RE-FX, das z.B. die Gebäudestruktur (architektonische Sicht) und die Nutzungssicht (Mietverträge, Flächen) eines Objekts abbildet. Fehlt aber die Technische Gebäudesicht, kann ein BIM-Modell diese liefern: Alle TGA-Komponenten (Technische Gebäudeausrüstung) wie Lüftungsgeräte, elektrische Anlagen etc. können aus dem BIM extrahiert und als technische Plätze/Equipment in SAP PM angelegt werden. Somit stehen z.B. nach Bauabschluss sämtliche Anlagendaten im SAP für Wartung und Instandhaltung bereit – ein enormer Vorteil gegenüber der herkömmlichen manuellen Datenerfassung.

Bei Investitionsprojekten (wie Umbauten, Erweiterungen) erlaubt BIM in SAP eine visuelle Projektsteuerung. Projektleiter können im 3D-Modell den Fortschritt verorten, während SAP im Hintergrund die Kosten und Termine steuert. So wird Baukostencontrolling transparenter: Man sieht, welche Bauteile mit welchen Kosten verbunden sind. Zudem lassen sich Änderungen und ihre Auswirkungen besser nachverfolgen, da eine Änderung im Modell auch in SAP erkannt und kalkuliert wird. Einige Lösungen ermöglichen es sogar, SAP-Prozesse direkt aus der Grafik heraus zu starten – etwa per Klick auf einen Raum im Modell eine Wartungsanmeldung in SAP anzulegen.

Technologisch wird dies oft durch Autodesk Platform Services (APS, ehemals „Forge“) und SAP UI5 realisiert: Das BIM-Modell wird in der Cloud gerendert und in eine SAP-Fiori-App eingebettet. Unternehmen haben hier gemeinsam mit SAP sogenannte Co-Innovationen geschaffen, um BIM und SAP zu koppeln. Das Ergebnis sind Cloud-basierte Lösungen, die z.B. über die SAP Business Technology Platform laufen und Grafikintegration bis zur Vermietung alles abdecken.

Die Mehrwerte von BIM im FM liegen auf der Hand: Visuelle Transparenz – komplexe Gebäude und Anlagen werden dreidimensional verständlich; Datenkonsistenz – alle Beteiligten (Planer, FM, Controller) arbeiten mit denselben aktuellen Daten; Effizienz – z.B. schnellere Bestandsaufnahmen, präzisere Mengenermittlungen für Instandsetzungen und bessere Kommunikationsgrundlagen mit Dienstleistern. Eine Umfrage hat gezeigt, dass viele Immobilienbetreiber erst im Betrieb merken, wie wichtig korrekte und zugängliche Baudaten sind. BIM liefert diese Grundlage. Allerdings warnt die Praxis auch: „Die größte Herausforderung ist meist die Fragmentierung der Prozesse. Projektmanagement und Objektmanagement sind oft getrennt – die Planungs- und Bauphase wird als separate Einheit behandelt.“. Daher müssen Unternehmen frühzeitig darauf achten, Bau- und Betriebsprozesse durchgängig zu denken. SAP kann hierbei als gemeinsame Plattform dienen, um BIM-Daten verlustfrei vom Projekt in den Betrieb zu übertragen.

In der Industrie – etwa bei Fabrikneubauten oder großen Umbauprojekten – ist diese BIM-SAP-Kopplung besonders interessant. Hier geht es um TGA mit Schwerpunkt: Fabriken haben komplexe technische Anlagen, deren Daten aus dem BIM (z.B. Maschinenlayouts, Versorgungsleitungen) direkt ins SAP übernommen werden können, um Wartungspläne zu erstellen. Ebenso können Umbauprojekte in laufenden Produktionsstätten besser geplant werden, wenn man digital simulieren kann, welche Bereiche betroffen sind, und SAP liefert parallel die Kostentransparenz und Terminsteuerung.

Es ermöglicht BIM-Integration dem FM, Investitionsprojekte effizienter zu steuern und den Übergang zum Betrieb reibungsloser zu gestalten. Digitale Gebäudemodelle werden zu zentralen Informationsdrehscheiben, die mit SAP verbunden echten Mehrwert liefern: visuelle Auswertungen, automatisierte Datenübernahmen und letztlich einen echten digitalen Zwilling des Gebäudes im FM-System.

Smarte Dienstleistersteuerung mit SAP (Auftrags- und Rückmeldeprozesse)

Viele FM-Leistungen in der Industrie werden von externen Dienstleistern erbracht – seien es Wartungsfirmen, Reinigungskräfte, Sicherheitsdienste oder Gebäudetechniker. Smarte Dienstleistersteuerung bedeutet, diese externen Partner digital und effizient in die eigenen Prozesse einzubinden. SAP kann hier als Plattform dienen, um Beauftragung, Ausführung und Rückmeldung von Dienstleistungen nahtlos abzuwickeln. Traditionell liefen solche Prozesse oft papierbasiert oder per E-Mail ab (Bestellung als PDF, Leistungsschein auf Papier, manuelle Rechnung). Heute besteht das Ziel darin, Aufträge elektronisch zu vergeben, den Leistungsfortschritt transparent zu verfolgen und Abrechnungen zu automatisieren – idealerweise in einem integrierten Portal.

Allgemein lassen sich Portallösungen mit SAP heute vergleichsweise leicht umsetzen: SAP Fiori/UI5 bietet die Möglichkeit, webbasierte Oberflächen für externe Nutzer bereitzustellen, die sicher mit dem SAP-Backend kommunizieren. Über moderne Schnittstellen (OData) können Dienstleister z.B. über ihr Tablet direkt einen Wartungsauftrag quittieren. Statusberichte, Dokumentationen, Materialverbräuche – all das wird vom Dienstleister vor Ort digital erfasst und fließt in Echtzeit ins SAP. Für den FM-Leiter bedeutet das volle Transparenz: Man sieht jederzeit, welcher Auftrag bei welchem Partner in Arbeit ist, welche Leistungen gemeldet wurden und wo evtl. Klärungsbedarf besteht.

Wichtige Funktionen einer smarten Dienstleistersteuerung in SAP sind:

  • Zentrale Auftragsvergabe: FM erstellt in SAP einen Auftrag (z.B. Instandsetzung einer Anlage) und weist ihn einem externen Business Partner (Dienstleister) zu. Dieser kann automatisch per E-Mail benachrichtigt werden oder sich ins Portal einloggen und alle offenen Aufträge sehen.

  • Mobile Auftragsbearbeitung: Die Techniker des Dienstleisters bekommen ihre Einsätze z.B. über eine App oder Weboberfläche, inkl. aller notwendigen Informationen (Ort, Tätigkeit, ggf. Pläne aus der Grafikintegration, Sicherheitshinweise). Sie können Start/Stopp-Zeiten buchen, Materialien erfassen und bei Bedarf Fotos oder Notizen anhängen – alles digital.

  • Feedback und Abschluss: Sobald der Dienstleister seine Arbeit erledigt hat, meldet er den Auftrag im System zurück (Status “ausgeführt” mit Leistungsnachweis). SAP kann so automatisch den Auftrag abschließen und die Abrechnung anstoßen. Häufig wird dies über SAP MM Leistungsbestätigungen (Service Entry Sheets) realisiert, die vom Dienstleister elektronisch erstellt und vom Auftraggeber geprüft/freigegeben werden. Die Folge ist ein medienbruchfreier Prozess von der Bestellung bis zur Bezahlung.

  • Monitoring und KPIs: Alle Vorgänge laufen in SAP mit. Dadurch lassen sich Dienstleister-Performance messen (z.B. Reaktionszeiten, SLA-Erfüllung, Qualität), Kosten pro Dienstleister oder Standort vergleichen, usw. Die FM-Abteilung gewinnt an Steuerungsinformationen, um Verträge zu optimieren oder in Verhandlungen belastbare Daten zu haben.

Ein großer Vorteil der Integration ist auch, dass Regelwerke und Compliance leichter eingehalten werden. Beispielsweise können Wartungsprotokolle und Prüfberichte direkt vom Dienstleister ins System geladen werden und dort archiviert sein. Fristen (z.B. für gesetzliche Prüfungen) werden so nicht versäumt, da SAP automatisch erinnert und den Dienstleister einbindet.

Die Automatisierung kann noch weiter gehen: Denkbar ist etwa, dass ein Instandhaltungsauftrag automatisch an den Rahmenvertrags-Dienstleister vergeben wird, sobald ein bestimmter Anlagenausfall detektiert wird – der Dienstleister erhält quasi autonom einen Einsatzauftrag, ohne dass manuell ein Techniker disponieren muss. Solche Szenarien setzen natürlich viel Vertrauen und klare vertragliche Regelungen voraus, sind aber perspektivisch im IoT-Zeitalter realisierbar.

In der Industrie – etwa in Chemiewerken, Fabriken oder großen Liegenschaften – wo viele Fremdfirmen für Wartung und Service im Einsatz sind, bringt eine smarte Dienstleisterplattform enorme Effizienzgewinne. Die Koordination wird zentral und transparent, Wartezeiten oder Fehlkommunikation nehmen ab. Zudem erfüllt man Anforderungen nach Dokumentation und Nachverfolgung lückenlos (wichtig z.B. für Audits, Sicherheitsnachweise oder Service-Level-Reports). Aus FM-Sicht wird der Dienstleister vom Black-Box-Zulieferer zum eingebundenen Partner, dessen Leistungen man in SAP genauso steuern kann wie interne Aktivitäten.

Integration von 2D-/3D-Grafiken in SAP (Autodesk Services und Co.)

Ein großer Mehrwert für CAFM-Anwender ist die grafische Komponente: Pläne, Karten und Modelle visuell im System zu nutzen. SAP ermöglicht dies – wie oben angedeutet – mittels Grafik-Integrationstools. Bereits einfache 2D-Pläne (Grundrisse) können in SAP hinterlegt und mit Objekten verknüpft werden. In der Vergangenheit geschah dies über SAP GUI Graphics oder Add-ons wie Archibus, heute gibt es moderne Lösungen: SAP Visual Enterprise oder Web-Viewer via Autodesk Platform Services (APS).

Beispielsweise haben SAP-Partner Lösungen entwickelt, um CAD-Zeichnungen direkt in SAP zu synchronisieren. So können aktuelle Grundrisse (aus AutoCAD oder MicroStation) importiert und Flächen samt Raumdaten in SAP erzeugt werden. Änderungen im Plan – etwa neue Raumzuschnitte – überträgt Korasoft per Korasoft Sync ins SAP, damit die Flächenbuchhaltung immer aktuell ist. Ebenso lassen sich Grafikreports erstellen: Etwa farbliche Markierungen im Plan für belegte vs. freie Flächen, die dann gedruckt oder als PDF verteilt werden können.

Darüber hinaus ist es möglich, 2D-Pläne mit Sachdaten aus SAP anzureichern – sogenannte grafische Ausgaben. Ein Beispiel: In einem Brandschutzplan könnten per SAP alle Feuerlöscher-Standorte aus der Equipment-Liste geholt und auf dem Plan als Symbole dargestellt werden, inklusive Klick-Funktion zur Detailanzeige im SAP (Prüfdaten etc.). Diese Verknüpfung von Grafik und Daten spart viel Zeit im FM-Alltag, da man Informationen im räumlichen Kontext erhält.

Mit 3D-Modellen (BIM) geht SAP noch einen Schritt weiter. Wie beschrieben, können ganze Gebäudemodelle in SAP-Apps eingebettet werden. Eine besondere Rolle spielt dabei die Nutzung von Autodesk Forge/APS, da viele Gebäudepläne im Autodesk-Format (Revit, DWG) vorliegen. Forge bietet APIs, um diese Modelle im Web darstellbar zu machen und mit anderen Systemen interagieren zu lassen. SAP-seitig kann dies über die SAP Business Technology Platform (BTP) orchestriert werden. Beispielsweise hostet man ein BIM-Modell in Autodesk Construction Cloud und ruft es via APS in einer SAPUI5-App ab. Interaktionen (z.B. Klick auf ein Bauteil) können wiederum via OData Services einen Absprung ins SAP (z.B. in die Equipment-Historie) auslösen.

Ein praktischer Anwendungsfall ist die graphische Wartungsplanung: Der Instandhaltungsplaner sieht ein 3D-Modell der Fabrik und kann per Mausklick auf ein Gerät im Modell direkt den zugehörigen Wartungsauftrag öffnen oder einen neuen anlegen. Oder im Raum- und Umzugsmanagement: Ein Belegungsplan als CAD-Grundriss in SAP zeigt farbig markiert, welche Büros frei sind, und per Drag&Drop lässt sich ein Umzug planen – die Änderungen (Mitarbeiterzuordnung, Kostenstellen) werden dabei automatisch in SAP verbucht.

Zu erwähnen ist auch die Integration von GIS (Geoinformationssystemen) in SAP, relevant z.B. für Versorgungsleitungen auf Werksgeländen oder Liegenschaftskarten. Über BTP und Webservices lassen sich GIS-Karten mit SAP-Daten anreichern (z.B. Leitungsnetze mit Informationen aus dem PM-Modul).

Grafikintegration ermöglicht intuitivere Bedienung (viele Menschen denken visuell), schnellere Einarbeitung (Pläne sind selbsterklärender als Tabellen) und bessere Kommunikation (z.B. bei Berichten an Management oder Nutzer). Gerade bei Genehmigungen von Investitionen helfen visuelle Darstellungen: Ein Baukostenantrag mit einem Bild des betroffenen Gebäudeteils ist für Entscheider greifbarer als nur Zahlencockpits.

Für leitende FM-Verantwortliche in der Industrie bedeuten 2D/3D-Integrationen, dass sie alle relevanten Informationen an einem Ort haben: Grundrisse, technische Modelle, Anlagenlisten, Verträge, Kosten – alles ist im SAP-System verknüpft. Man kann durch das digitale Modell eines Werks navigieren und an jedem Objekt alle hinterlegten Daten abrufen (Baujahr, letzter Service, Kostenstelle, usw.). Somit rückt die Vision des Digital Twin ein Stück näher: SAP fungiert als Daten-Zwilling der realen Anlage, angereichert mit visuellen Informationen aus BIM.

Baukostencontrolling 2.0: Transparenz und Effizienz bei Investitions- und Baumaßnahmen

Investitionsprojekte – seien es Neubauten, Umbauten oder größere Instandsetzungsmaßnahmen – gehören zum Alltag im industriellen FM. Baukostencontrolling bezeichnet dabei die Planung, Überwachung und Steuerung der Kosten solcher Baumaßnahmen. Traditionell war dies oft durch Excel-Listen, manuelle Freigaben und begrenzte Transparenz gekennzeichnet. Unter „Baukostencontrolling 2.0“ versteht man die digitalisierte, durchgängige und transparente Form dieses Controllings, wie sie mit modernen SAP-Werkzeugen möglich ist.

  • Transparenz ist hier das Schlagwort: Alle Projektbeteiligten – vom Bauprojektleiter bis zum Finanzcontroller – sollen jederzeit aktuellen Einblick in Budgets, Kostenstände und Forecasts haben. SAP liefert hierfür die Basis durch die Echtzeit-Buchhaltung und die Möglichkeit, Projekte als eigene Objekte mit Budget zu führen. In SAP PS (Project System) kann man für ein Bauprojekt einen Projektstrukturplan (PSP) anlegen mit verschiedenen Teilprojekten (z.B. Bauleistungen, TGA, Planungskosten etc.). Jedem PSP-Element kann ein Budget zugewiesen werden. Einkaufsbestellungen, Aufträge und Rechnungen für das Projekt referenzieren diese PSP-Elemente, sodass jede Ausgabe sofort dem Projektbudget zugeordnet wird. Über SAP Controlling (CO) stehen Berichte zur Budgetauslastung, zum Soll-Ist-Vergleich oder zur Prognose bei Fertigstellung (Estimate at Completion) zur Verfügung.

  • In einem 2.0-Ansatz werden solche Informationen aber nicht nur im Controlling-Team genutzt, sondern allen relevanten Stakeholdern nutzergerecht aufbereitet. Beispielsweise könnten Bau- und FM-Leiter über ein Fiori-Dashboard die Top-Projekte sehen mit Ampelfarben für Zeit- und Kostensituation. SAPs Embedded Analytics oder Tools wie SAP Analytics Cloud erlauben es, grafische Auswertungen zu erstellen: z.B. Kostentrends über die Projektlaufzeit, Abweichungen zwischen Gewerken, oder Cashflow-Planungen. Somit können Entscheider früh erkennen, wenn ein Budget überzulaufen droht, und gegensteuern.

  • Ein weiterer Aspekt von Baukostencontrolling 2.0 ist die Integration mit dem Beschaffungsprozess. SAP koppelt hier die Module: Bestellungen über SAP MM für Bauleistungen referenzieren das Projekt, Änderungsaufträge werden versioniert nachvollzogen, und Rechnungen durchlaufen digitale Workflows (z.B. SAP VIM oder Fiori-Apps für Rechnungsfreigabe). Dadurch sind Kostenverfolgung und Lieferantenmanagement eng verzahnt: Man sieht nicht nur, dass Mehrkosten entstanden, sondern auch warum (z.B. aufgrund eines Nachtrags vom Lieferanten X für Leistung Y).

  • Heutige SAP-Lösungen ermöglichen zudem What-If-Szenarien: Mit den Planungsfunktionen in CO oder mit SAP Analytics kann man verschiedene Annahmen durchspielen (etwa „Was passiert, wenn wir die Maßnahme 3 Monate strecken – wie wirkt sich das auf Kosten aus?“). Die Ergebnisse sind sofort sichtbar, weil alle Daten zentral sind. Das ist ein großer Unterschied zu früher, wo solche Analysen oft anhand verteilter Excel-Files sehr mühsam waren.

  • Effizienz im Baucontrolling ergibt sich auch durch Automatisierung: Standardberichte laufen periodisch automatisch, Freigabe-Workflows beschleunigen die Abarbeitung (keine Papierunterschriften mehr), und Abweichungsalarme (z.B. automatische Benachrichtigung, wenn 80% des Budgets erreicht sind) erlauben proaktives Handeln.

  • Ein Beispiel aus der Praxis: In einem Chemieunternehmen wurden Investitionsprojekte früher dezentral gemanagt, das Berichtswesen war zeitverzögert. Nach Einführung von SAP PS mit speziellen Fiori-Apps für Projekttransparenz hatten Projektleiter täglich aktuelle Zahlen verfügbar. Dies half, Projektmargen zu sichern, indem Issues früh erkannt und adressiert wurden.

  • In der Industrie sind Investitionsvorhaben oft umfangreich und strategisch. Hier verlangt auch das Management mehr Echtzeit-Transparenz. SAP bietet mit seinem Portfolio- und Projektmanagement (SAP PPM) sogar Möglichkeiten, Projekte nach strategischem Nutzen zu bewerten und zu priorisieren. Baukostencontrolling 2.0 heißt auch, Investitionen an Unternehmensziele zu koppeln: Etwa kann man mittels SAP Analytics zeigen, wie sich ein investiertes Capital Expenditure (CAPEX) auf Kennzahlen wie Energieeffizienz oder Produktionskapazität auswirkt.

  • Nicht zuletzt fördert ein integratives Controlling auch die Zusammenarbeit zwischen FM und Controlling/Finanzen. Wenn alle auf das gleiche System schauen, gibt es weniger Diskrepanzen. FM-Verantwortliche können ihre Projekte in SAP selbstständig überwachen, und Finanzabteilungen sehen, dass im FM Kontrolle herrscht – was Vertrauen schafft.

  • Zusammengefasst bedeutet Baukostencontrolling 2.0 mit SAP: Kostentransparenz in Echtzeit, automatisierte Prozesse und unternehmensweite Einbindung aller Stakeholder. Investitions- und Baumaßnahmen lassen sich so zielgerichteter steuern, Budgetüberschreitungen frühzeitig erkennen und erfolgreiche Projektabschlüsse sicherstellen. Im Zusammenspiel mit BIM (Visueller Abgleich) und Nachhaltigkeitszielen (siehe ESG) wird das Controlling zudem um qualitative Faktoren erweitert – ein zeitgemäßer, ganzheitlicher Ansatz.

ESG und Nachhaltigkeit: CSRD und EU-Taxonomie im FM mit SAP

Nachhaltigkeit ist im Facility Management zu einem Schlüsselaspekt geworden, insbesondere getrieben durch neue Vorgaben wie die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) und die EU-Taxonomie. Diese Regulierungen verpflichten viele Unternehmen – gerade in der Industrie – detailliert über ihre ESG-Leistungen (Environmental, Social, Governance) zu berichten. Im FM-Kontext betrifft dies vor allem den operativen Betrieb von Immobilien: Energieverbrauch, Treibhausgas-Emissionen, Wasser- und Abfallmanagement, aber auch Aspekte wie Mitarbeitersicherheit oder Lieferantenbewertungen (Soziales, Governance). Die Herausforderung besteht darin, relevante Daten systematisch zu erheben, zu konsolidieren und prüfbar zu berichten. Hier kann SAP als integriertes System entscheidend helfen.

CSRD-Reporting erfordert z.B., den Energieverbrauch aller Gebäude und CO₂-Emissionen auszuweisen, inkl. Verbesserungsmaßnahmen. In vielen Industrieunternehmen sind solche Daten über verschiedene Systeme verteilt (Energie-Management-Tools, Excel, manuelle Ablesungen). SAP FM bietet die Möglichkeit, Energiedaten direkt bei den Anlagen oder Standorten zu erfassen – etwa über Zähler die als Messstellen in SAP PM angelegt sind. Diese Daten können dann entweder in SAP Sustainability Control Tower übertragen oder über SAP Analytics ausgewertet werden. SAP hat speziell den Sustainability Control Tower entwickelt, um ESG-Daten zu sammeln, die Einhaltung von Vorgaben zu überwachen und die Berichterstattung zu automatisieren. Darin ist auch ein EU-Taxonomie-Manager enthalten, der es Unternehmen erlaubt, ihre Aktivitäten gemäß den Taxonomie-Kriterien zu bewerten. So kann ein Immobilienbetreiber z.B. feststellen, welcher Anteil seiner Gebäudeinvestitionen „Taxonomie-konform“ (also nachhaltig im Sinne der EU) ist.

  • Im FM bedeutet dies konkret: Welche Gebäude oder Projekte erfüllen die Kriterien? – etwa energetische Sanierungen, die eine bestimmte Effizienzsteigerung erreichen (in der Taxonomie verankert). Diese Informationen liegen teilweise im SAP (z.B. Projektdaten, Baukosten, Zielsetzungen) und können mit technischen Daten (z.B. Energieeinsparung in kWh, die oft von Ingenieuren berechnet und als Dokument vorliegen) kombiniert werden. SAP bietet hier die Plattform zur Zusammenführung dieser Daten.

  • Ein wichtiger Baustein ist auch SAP Environment, Health and Safety (EHS) bzw. Environment Management. Darin können Umweltkennzahlen wie Emissionen, Abfallmengen etc. verwaltet werden, inklusive Abgleich mit gesetzlichen Grenzwerten und Erstellung von Berichten. So könnte die jährliche Emissionserklärung eines Industrieparks direkt aus SAP generiert werden, wenn alle relevanten Daten (Brennstoffverbräuche, Kältemittelverluste etc.) dort gepflegt sind.

  • ESG im FM umfasst auch Themen wie Kreislaufwirtschaft (Circular Economy): z.B. Materialrecycling bei Umbauten – oder Biodiversität auf dem Firmengelände. Diese sind schwieriger quantifizierbar, aber SAP kann zumindest die Maßnahmen und Kosten dazu dokumentieren, sodass sie ins Reporting einfließen. Über Geschäftspartner-Stammdaten kann man Lieferanten nach ESG-Kriterien klassifizieren oder Verträge mit Nachhaltigkeitsklauseln hinterlegen. Ein FM-Beispiel: Bei der Vergabe von Reinigungsdienstleistungen kann man im SAP MM festhalten, ob der Dienstleister umweltfreundliche Reinigungsmittel einsetzt – diese Info könnte dann in den Nachhaltigkeitsbericht unter „Lieferkettendaten“ einfließen.

  • Ein oft unterschätzter Nachhaltigkeitsaspekt ist Flächeneffizienz: Gebäudeleere, Ausnutzung von Büros etc. sind auch Nachhaltigkeitsthemen (Stichwort graue Energie, Bodenversiegelung). FM mit SAP (z.B. via RE-FX Flächenmanagement) kann Kennzahlen wie Flächenausnutzung pro Mitarbeiter liefern. Eine bessere Flächenbelegung (mehr Mitarbeitende pro m² durch Desk Sharing etc.) kann dann als ESG-Maßnahme gelten, da sie Neubauten einspart. Solche Daten kann SAP direkt bereitstellen.

  • Zusammengefasst ermöglicht SAP dem Facility Management, Nachhaltigkeitsdaten nahtlos mit Betriebsdaten zu verknüpfen. FM-Abteilungen können so nachweisen, welche Beiträge sie zu den ESG-Zielen leisten. Beispielsweise trägt eine optimierte Instandhaltung nicht nur zur Zuverlässigkeit bei, sondern reduziert auch den Energieverbrauch und Abfall[30] – diese Effekte sind quantifizierbar und in SAP belegbar. Die CSRD-Berichterstattung erfordert ab 2024 teils die Prüfung durch Wirtschaftsprüfer; ein integriertes System wie SAP, das die Daten historisiert und auditierbar macht, ist hier von Vorteil (gegenüber lose gesammelten Excel-Dateien).

  • EU-Taxonomie: Speziell für Immobilien gilt, dass z.B. Neubauten oder Renovierungen nur dann als „nachhaltig“ im Sinne der Taxonomie zählen, wenn bestimmte Anforderungen (Energieeffizienz, Klimaanpassung etc.) erfüllt sind. SAP kann in den Bauprojektdaten vermerken, ob diese Kriterien erfüllt wurden (z.B. durch ein Feld „Taxonomie-konform: Ja/Nein“ mit Begründung). Über Berichte lässt sich dann ermitteln, welcher Prozentsatz der Investitionen nachhaltig ist – eine Kennzahl, die große Unternehmen publizieren müssen. SAP stellt hierfür auch Content bereit: Der Sustainability Navigator von SAP zeigt, welche Lösungen welche ESG-Anforderungen abdecken[54].

  • In der Praxis ist die Einführung von ESG-Themen ins FM mit SAP ein interdisziplinäres Projekt: FM, Nachhaltigkeitsbeauftragte, IT und ggf. Finance müssen zusammenarbeiten. Der Lohn ist jedoch eine ganzheitliche Sicht, in der SAP als Datenhub für Nachhaltigkeit fungiert – vom Energiemonitoring in Echtzeit bis zur automatisierten ESG-Report-Erstellung. Industrieunternehmen können so nicht nur Compliance erfüllen, sondern auch aktiv steuern: Man erkennt z.B., welche Standorte die höchsten Emissionen haben und priorisiert dort FM-Maßnahmen (energetische Sanierungen, optimierte Anlagenfahrweisen). Die Integration mit Smart Maintenance hilft ebenfalls, denn optimierte Anlagen laufen effizienter und unterstützen Nachhaltigkeitsziele. So zahlt vieles zusammen: FM mit SAP wird zum Enabler für nachhaltiges Wirtschaften im Unternehmen.

Automatisierte Auftragsabwicklung: Zyklische und zustandsabhängige Instandhaltung

Ein zentrales Anliegen im technischen Facility Management ist die Automatisierung wiederkehrender Abläufe. Dazu zählt insbesondere die Auftragsabwicklung in der Instandhaltung – also Wartungsaufträge, Prüfaufträge oder Inspektionen, die regelmäßig oder bei Bedarf (Zustand) anfallen. SAP PM bietet hierfür seit jeher Mechanismen wie Wartungspläne und Messpunkte, die heutzutage im Sinne von Industrie 4.0 noch erweitert wurden (siehe Smart Maintenance). Ziel ist es, dass Routinearbeiten ohne manuelles Zutun termingerecht angestoßen werden und der Prozess von der Auftragserstellung bis zur Rückmeldung möglichst durchgängig digital abläuft.

  • Zyklische (präventive) Instandhaltung: In SAP PM lassen sich Wartungspläne definieren, die anhand von Zeitintervallen oder Nutzungsintervallen automatisch Aufträge generieren. Zum Beispiel kann für jede Sicherheitsbeleuchtung eine monatliche Funktionsprüfung als zyklischer Auftrag geplant sein; SAP erstellt dann z.B. jeden 1. des Monats einen Auftrag „Prüfung Notlicht Gebäude X“ und ordnet ihn der zuständigen Person oder Gruppe zu. Ähnlich können jährliche UVV-Prüfungen oder TÜV-Termine als Wartungsterminpläne im System hinterlegt sein. Die Automatisierung stellt sicher, dass keine Prüfung vergessen wird – SAP kennt die Fristen. Durch das Zusammenfassen mehrerer Objekte in einem Plan kann man effizient planen (z.B. ein Auftrag deckt alle Feuerlöscher in einem Gebäude ab, die im gleichen Monat geprüft werden).

  • Zustandsabhängige (predictive) Instandhaltung: Hier reagiert das System auf Messwerte und Ereignisse. SAP PM erlaubt es, Messstellen an technischen Plätzen oder Equipments anzulegen (z.B. Temperatur, Druck, Betriebsstunden). Schwellenwerte definieren, wann eine Abweichung kritisch ist. Wird der Grenzwert überschritten, kann SAP automatisch eine Meldung oder direkt einen Auftrag erzeugen. Ein praktisches Beispiel: Ein Messfühler an einer Kühlanlage misst kontinuierlich die Temperatur. Ist diese >10 °C (Soll z.B. 6–8°C), löst SAP eine Störungsmeldung „Kühlkette gefährdet“ aus, die sofort als Wartungsauftrag an den Kältetechniker geht. So wird in Echtzeit reagiert. In Kombination mit IoT-Integrationen kann dieser Prozess noch verfeinert werden (Sensoren senden direkt an SAP). SAP PM unterstützt dies seit neueren Versionen auch durch Integration mit der SAP IoT Service auf BTP. Wie bereits erwähnt, bietet SAP Predictive Asset Insights ein Framework, das aus komplexen Sensordaten vorhersagt, wann ein Schwellenwert in Zukunft erreicht sein wird, um proaktiv Aufträge vor Fälligkeit zu erzeugen.

  • Automatisierte Abwicklung heißt nicht nur Generierung des Auftrags, sondern auch weiterer Workflow: Der erzeugte Auftrag kann automatisch eingeplant werden (z.B. durch Regeln: tägliche Routineaufträge werden einem bestimmten Techniker zugewiesen). Mittels Mobilanbindung (Fiori, Asset Manager) bekommt der Techniker den Auftrag ohne Dispatcher dazwischenschalten zu müssen. Er führt die Arbeit durch und meldet per Tablet Abschluss und Befund zurück. SAP bucht automatisch Rückmeldedaten (Zeit, verbrauchtes Material) und schließt den Auftrag. Im Idealfall fließt sogar die Ergebnisprüfung automatisiert: Ein Sensor könnte nach der Reparatur melden, dass die Temperatur wieder normal ist – damit wäre quasi die Qualitätskontrolle digital erfolgt.

  • Natürlich gibt es in der Praxis immer noch Ausnahmen, aber der Trend geht dahin, möglichst viele repetitive Schritte zu eliminieren. Techniker werden von Routinetätigkeiten (Checklisten ausfüllen, Formulare abheften) entlastet und können sich auf die Analyse und Problembehebung konzentrieren. Führungskräfte im FM erhalten sofortige Transparenz: Ein Ampel-Dashboard könnte zeigen, wie viele geplante Aufträge überfällig sind – was weniger wird, je mehr das System selbst auf fristgerechte Auslösung achtet.

  • In einem Kundenprojekt wurden dank Mobile Maintenance in SAP alle Störungsmeldungen digital erfasst, und es gab die Option, „dass Maschinen Aufträge automatisch durch das Alerting-System erzeugen, sobald sie in Störung gehen“. Der Effekt: Papierbasierte Prozesse entfielen komplett, und die Bearbeitungszeit von Meldung bis Behebung sank deutlich.

  • Zyklisch vs. zustandsbasiert: Die Kombination macht’s. Oft wird ein hybrider Ansatz fahren: z.B. regelmäßige Grundwartungen plus sensorgesteuerte Zusatzchecks. SAP unterstützt beides parallel – man kann an einem Equipment mehrere Wartungspläne haben und gleichzeitig Messwerte überwachen. Wichtig ist, dass man Erfahrungswerte kontinuierlich zurückspiegelt: Erkennt man, dass ein Gerät z.B. die ersten 5 Jahre kaum Störungen hat, könnte man den festen Intervall strecken und mehr auf Condition Monitoring setzen – alles im System anpassbar. Hier kommt wieder Smart Maintenance ins Spiel: mit fortschreitender Datenanalyse lernt das System (oder die Ingenieure), optimale Wartungsstrategien zu fahren, was dann konfiguriert wird.

  • Am Ende des Tages sorgt eine weitgehend automatische Instandhaltungssteuerung dafür, dass nichts „durchs Raster fällt“. Jede Lampe wird rechtzeitig geprüft, jede Pumpe bei Bedarf repariert, ohne dass man hunderte Kalender manuell pflegen muss. Industrie-FM-Abteilungen können so mit knappen Personalressourcen viel zuverlässig abdecken. Und im Störungsfall ist sichergestellt, dass Sofortmaßnahmen angestoßen werden, teils sogar ohne menschliches Eingreifen (z.B. automatischer Notruf an den Bereitschaftsdienst via SAP-Notification). Die gewonnenen Daten aus all diesen Vorgängen speisen wieder das Reporting: KPIs wie MTBF (Mean Time Between Failures) und MTTR (Mean Time To Repair) lassen sich genau ermitteln und sukzessive verbessern. Damit wird die Instandhaltung messbar und optimierbar, was in der Industrie essentiell ist.

  • Es bildet SAP PM mit seinen Planungs- und Automatisierungsfunktionen das Rückgrat einer digitalen Instandhaltungsorganisation, in der Routinearbeiten automatisch initiiert, lückenlos ausgeführt und nachverfolgt werden. Die Rolle des Menschen verschiebt sich mehr hin zu Überwachen, Entscheiden und Optimieren, während das System die Fleißarbeit übernimmt. Für FM-Leiter bedeutet dies höhere Zuverlässigkeit der Prozesse, weniger Brandbekämpfung und mehr strategische Wartungsplanung.

Ausblick

Der Einsatz von SAP im Facility Management der Industrie zeigt sich insgesamt als strategisch sinnvolle Entscheidung, vorausgesetzt, man berücksichtigt die speziellen Anforderungen des FM. Mit SAP lässt sich ein ganzheitliches Facility Lifecycle Management umsetzen – von der Planung über den Bau bis zum Betrieb – indem kaufmännische, technische und infrastrukturelle Prozesse integriert werden.

Die Beispiele und Themenbereiche, die wir betrachtet haben, demonstrieren die Vielfältigkeit einer SAP-basierten FM-Lösung:

  • Grundlagen & Demand Management: Eine saubere Analyse der FM-Bedürfnisse und eine End-to-End-Prozessdefinition legen den Grundstein, um SAP effektiv einzusetzen. Ohne dieses Fundament helfen auch die besten Tools wenig.

  • SAP als CAFM: SAP bringt bereits viele Bausteine mit, um CAFM abzubilden. Die modulare Struktur erlaubt es, genau die Komponenten zu nutzen, die man braucht. Allerdings muss man die Balance zwischen Standard und Anpassung finden, um keine Überkomplexität zu schaffen.

  • Fiori & Usability: Die Einführung von SAP Fiori hat das Spiel verändert – FM-Verantwortliche bekommen heute benutzerfreundliche Oberflächen, mobil und übersichtlich, was die Akzeptanz fördert und die Datenqualität erhöht (weil jeder gerne mit dem System arbeitet).

  • Smart Maintenance & Automation: Moderne Instandhaltung mit SAP bedeutet, proaktiv statt reaktiv zu agieren. Die Kombination aus Sensorik, Analytics und automatisierten Workflows führt zu maximaler Anlagenverfügbarkeit und minimalen Überraschungen. Hier zahlt sich SAPs Integration ins Produktionsumfeld aus – es ist ein zentraler Baustein von Industrie 4.0 im Anlagenmanagement.

  • BIM-Integration & grafische Steuerung: Die Verbindung von digitalen Bauwerksmodellen mit SAP eröffnet neue Horizonte. Komplexe Projekte werden transparent, und FM-Teams können die Flut an Baudaten effizient nutzen. Die Investition in solche Integrationen macht sich durch Zeitgewinn und Entscheidungsqualität bezahlt.

  • Dienstleisterplattformen & Prozesse: Gerade in Deutschland mit vielen technischen Vorschriften ist die Dokumentation durch Dienstleister ein Muss. SAP ermöglicht hier schlanke, digitale Prozesse, die sowohl Compliance sichern als auch die Zusammenarbeit mit Partnern verbessern. Das FM wird so zum Orchestrator eines Dienstleisternetzwerks, der jederzeit den Überblick behält.

  • Kostencontrolling & Nachhaltigkeit: FM-Verantwortliche stehen unter Druck, Kosten zu senken und Nachhaltigkeit nachzuweisen. SAP liefert die Tools, um beides datengestützt anzugehen. Echtzeit-Kostentransparenz und belastbare ESG-Kennzahlen machen das FM in der Chefetage sichtbar und tragen dazu bei, dass FM als strategischer Werttreiber wahrgenommen wird (z.B. durch Energieeinsparungen oder effiziente Flächennutzung).

  • Praxisbeispiele zeigen, dass mit Engagement und klarem Konzept SAP erfolgreich als CAFM eingeführt werden kann – mit beträchtlichen Vorteilen. Solche Pionierprojekte ebnen den Weg und liefern Best Practices für andere Unternehmen.

Für leitende FM-Verantwortliche bedeutet das: Es lohnt sich, am Ball zu bleiben und die Entwicklungen im SAP-Universum aufmerksam zu verfolgen. Die digitale Transformation des Facility Managements ist in vollem Gange, und SAP ist in vielen Unternehmen das Rückgrat dieser Transformation. Wer die Möglichkeiten optimal nutzt und die Grenzen kennt, kann ein leistungsfähiges, zukunftssicheres FM aufbauen, das sowohl den operativen Betrieb reibungslos unterstützt als auch strategische Unternehmensziele (Kosten, Nachhaltigkeit, Compliance) fördert.

SAP im Facility Management ist mehr als nur eine Software: Es ist eine Enabler-Plattform, um Gebäude und technische Assets effektiv, nachhaltig und integriert zu bewirtschaften. Mit Praxisnähe und Lösungsorientierung kann jedes FM-Team aus der SAP-Welt Werkzeuge für seine Zwecke formen und so die digitale Zukunft des Facility Managements erfolgreich gestalten.