Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

CAFM-System: Verbrauchsdaten

Facility Management: FM-Software » Projekt » Daten » Verbrauchsdaten

Verbrauchsdaten in CAFM-Systemen

Verbrauchsdaten erfassen den tatsächlichen Verbrauch von Energie, Wasser oder anderen Medien über einen definierten Zeitraum (z.B. Tag, Woche, Monat, Jahr) und bilden die Grundlage für Kosten- und Effizienzanalysen im CAFM. Sie werden entweder manuell (Ablesung von Zählerständen) oder automatisch über Gebäudeleittechnik bzw. Energiemanagement-Systeme erfasst. Moderne CAFM-Energiemodule erfassen alle Zähler (Strom, Gas, Wasser, Wärme etc.) mit Attributen wie Standort, Medium, Einheit, Zählernummer, Ableseintervall und Liefervertrag. Anschließend werden die gemessenen Zählerstände zentral eingelesen (per Schnittstelle, CSV-Import oder Web/Mobil-Eingabe) und typischerweise automatisiert auf Plausibilität geprüft (Erkennen von Ausreißern, Grenzwert-Checks). Auf dieser Basis lassen sich Verbrauchsspitzen identifizieren, Kostenstellen (z.B. Gebäudeteile, Abteilungen oder Mieteinheiten) zuordnen und Effizienzmaßnahmen ableiten.

Verbrauchsdaten im CAFM sind zentrale Kennzahlen für Betriebskosten und Nachhaltigkeit. Sie müssen vollständig, korrekt und nachvollziehbar erfasst werden. Dazu sind präzise Zählerstrukturen, regelmäßige Ablesungen und Plausibilitätskontrollen ebenso notwendig wie Normenkonformität (z.B. ISO 50001, Eichrecht) und sichere Datenverarbeitung. Nur wenn diese Qualitätsanforderungen erfüllt sind, kann das CAFM-System Verbrauchsdaten verlässlich für Analyse, Optimierung und verursachergerechte Abrechnung nutzen.

Verbrauchsdaten im CAFM-Kontext

Messkonzept und Zählerplanung

Ein sauberes Messkonzept ist die Voraussetzung für verlässliche Verbrauchsdaten. Dazu muss die gesamte Zählerstruktur bekannt und dokumentiert sein – also welcher Zähler welchen Bereich oder welches Medium misst. Üblicherweise gibt es Hierarchien von Zählern (Hauptzähler und Unterzähler), um Gesamtverbräuche in einzelne Bereiche oder Nutzer aufzuteilen[2]. Für eine verursachergerechte Kostenverteilung (beispielsweise bei Nebenkostenabrechnungen) ist eine zonengerechte Anordnung der Zähler notwendig. Das bedeutet, jeder Kostenbereich oder jede Wohneinheit sollte eigene, klar abgegrenzte Messstellen (Zähler) haben. Nur so können die entstehenden Energiekosten direkt auf die Verursacher umgelegt werden. Moderne CAFM-Systeme unterstützen zudem virtuelle Zähler und Tarifmodelle (z.B. Hoch-/Niedertarif bei Strom), um komplexe Messnetze korrekt abzubilden.

Verbrauchsdaten müssen hohen Qualitätsanforderungen genügen. Wesentliche Kriterien sind:

  • Genauigkeit und Eichkonformität: Zähler müssen korrekt geeicht sein, und Eichfristen müssen überwacht werden. Ein CAFM sollte Fristen für den Zählerwechsel und Eichungszyklus erinnern, um Messfehler zu vermeiden.

  • Plausibilität und Integrität: Verbrauchswerte werden systemseitig auf Ausreißer geprüft (beispielsweise unplausibel hohe oder negative Verbräuche). Fehlerhafte Werte werden markiert und können manuell oder automatisch korrigiert (z.B. interpoliert) werden, wobei jede Korrektur protokolliert werden sollte. Das CAFM legt dazu Audit-Trails an: Jede Änderung bedarf einer Begründung („Zählerstand korrigiert wegen Plausibilitätsfehler“) und erfolgt idealerweise in einem Freigabeprozess. So wird sichergestellt, dass keine unbemerkte Manipulation der Daten erfolgt.

  • Vollständigkeit und Konsistenz: Alle relevanten Zählerstände müssen lückenlos im System erfasst sein. Automatisierte Lesungen (etwa via Funk- oder Smart-Meter) ergänzen manuelle Ablesungen, so dass kontinuierliche Datensätze entstehen. Eine regelmäßige Kontrolle (z.B. monatlicher Vergleich) hilft, fehlende Werte frühzeitig zu erkennen. Zudem werden Zeitreihen über Tag/Woche/Monat/Jahr angezeigt und mit Vorperioden verglichen.

  • Standardisierung und Normenkonformität: Das Datenmodell sollte Standards und Normen unterstützen. Beispielsweise verlangt die ISO 50001 ein strukturiertes Energiemanagement, das geeignete Kennzahlen (z.B. kWh/m²) und Auditberichte bereitstellt. Große Unternehmen sind zudem nach der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) verpflichtet, Energieaudits durchzuführen. Ein CAFM liefert hierfür Berichte und Jahresreports mit den gesammelten Verbrauchswerten.

  • Weitere Korrekturen: Zur Qualitätssteigerung werden im Energiemanagement oft Witterungsdaten verwendet (Gradtagzahlen). Das CAFM kann Außentemperaturen hinterlegen und die Verbräuche witterungsbereinigen, um Heizverbräuche vergleichbar zu machen (Gradtagszahlbereinigung). Auch andere Anpassungen (Urlaubszeiten, Sonderereignisse) können so berücksichtigt werden.

Verarbeitung und Nutzung der Verbrauchsdaten

In der Praxis sammelt das CAFM-System alle validierten Verbrauchsdaten zentral und verknüpft sie mit Gebäudeeinheiten, Raumflächen oder Kostenstellen. So können Flächenverbräuche (z.B. kWh/m²) ausgewiesen und Benchmarks zwischen Standorten gezogen werden. Grafische Übersichten (Zeitreihen-Diagramme) zeigen Verbrauchsverläufe über beliebige Intervalle (Tag/Woche/Monat/Jahr), wobei überraschende Mehrverbräuche automatisch als Alarm hervorgehoben werden. Das System berechnet auch Kostensummen und Belastungen: Tarifmodelle (Preis pro kWh, Grundgebühr etc.) werden hinterlegt, so dass aus Verbrauch und Vertrag der Energieaufwand berechnet wird. Über Umlageschlüssel verteilt das CAFM die Gesamtkosten verursachergerecht auf Mieter oder Abteilungen. Bei der jährlichen Nebenkostenabrechnung stellt das System sicher, dass alle Zählerstände zum Abrechnungsstichtag vorliegen und rechnet dann automatisch die anteiligen Kosten aus – basierend auf vertraglich festgelegten Verteilungsschlüsseln.

Zusätzlich unterstützt ein CAFM Energiemanagement-Workflow: Das System erinnert rechtzeitig an fällige Ablesungen (z.B. per E‑Mail oder Push-Notification) und fordert einen Plausibilitäts-Check nach jeder Dateneingabe. Auch Benchmark-Reports (z.B. CO₂-Emissionsberichte, Energieberichte nach EED/ISO 50001) lassen sich automatisiert erstellen. Die Gesamtintegration von Gebäudeleittechnik (GLT/BMS) ermöglicht sogar Echtzeit-Daten (z.B. Smart-Meter-Feeds oder IOT-Sensoren) einzubinden, wodurch Verbrauchsspitzen sofort sichtbar werden und Alarm-Workflows ausgelöst werden können.