Mobile Prüfgeräte – häufig als Prüfkoffer bezeichnet – werden zur Erfassung elektrischer Prüfungen an Anlagen und Betriebsmitteln eingesetzt. Besonders bei großen Beständen entsteht ein erheblicher organisatorischer Vorteil, wenn Prüfaufträge, Betriebsmitteldaten und Messergebnisse nicht parallel in getrennten Systemen gepflegt werden, sondern direkt mit dem CAFM verbunden sind.
Die Schnittstelle schafft einen durchgängigen Prozess:
Voraussetzung ist eine eindeutige Zuordnung zwischen CAFM-Datensatz und tatsächlich geprüftem Betriebsmittel.
Hierfür können beispielsweise Anlagen- oder Inventarnummern, Barcodes, QR-Codes oder andere eindeutige Kennzeichnungen verwendet werden. Entscheidend ist, dass dasselbe Betriebsmittel im CAFM und im Prüfgerät nicht unter unterschiedlichen Identitäten geführt wird.
Vor der Prüfung können relevante Stammdaten an das Prüfgerät übertragen werden, beispielsweise:
Betriebsmittel-ID,
Bezeichnung,
Standort,
Prüfart,
letzter Prüfstatus,
vorgesehene Prüffrist und
gegebenenfalls Prüfvorgaben.
Prüfergebnisse strukturiert zurückführen
Nach Durchführung der Prüfung sollten Ergebnisse nicht lediglich als PDF-Bericht abgelegt werden. Wertvoller ist die strukturierte Rückübertragung wesentlicher Prüfdaten.
Dazu können gehören:
Prüfdatum,
ausführende Prüfperson,
Prüfverfahren,
Messwerte,
Bewertung bestanden/nicht bestanden,
festgestellte Mängel,
Bemerkungen sowie
daraus abgeleiteter nächster Prüftermin.
Die DGUV Information 203-071 unterstreicht die Bedeutung einer sachgerechten Dokumentation und eindeutigen Kennzeichnung bei wiederkehrenden Prüfungen.
Mängel direkt in Prozesse überführen
Ein nicht bestandenes Betriebsmittel sollte nicht lediglich als negatives Prüfergebnis gespeichert werden.
Die Schnittstelle kann daraus unmittelbar einen definierten Folgeprozess auslösen:
Mangel → Sperrung oder Kennzeichnung → Arbeitsauftrag → Instandsetzung oder Ersatz → erneute Prüfung → Abschluss
Damit verbindet sich Prüfmanagement mit Instandhaltung und Betreiberverantwortung.
Offline-Nutzung berücksichtigen
Prüfungen finden häufig in Technikräumen, Werkstätten oder anderen Bereichen ohne stabile Netzwerkverbindung statt. Eine praxistaugliche Lösung sollte deshalb auch Offline-Prozesse ermöglichen und Daten nach Wiederherstellung der Verbindung kontrolliert synchronisieren.
Synchronisationsregeln müssen verhindern, dass Datensätze doppelt entstehen oder aktuelle Stammdaten überschrieben werden.
Schnittstelle kontrolliert betreiben
Zur Integration gehören auch Mapping, Fehlerprotokollierung, Plausibilitätsprüfung und Monitoring. Es sollte nachvollziehbar sein, welche Daten übertragen wurden und welche Datensätze wegen fehlerhafter Zuordnungen nicht verarbeitet werden konnten.
Eine gute Prüfkofferanbindung verbindet damit CAFM-Stammdaten, mobile Prüfung, Messwerte, Mängelmanagement und Fristensteuerung. Sie reduziert manuelle Übertragung, verbessert die Datenqualität und schafft eine belastbare Anlagenhistorie.
Die digitale Schnittstelle ersetzt weder fachgerechte Prüfungen noch die Verantwortung des Unternehmers für deren Organisation. Sie macht deren Planung, Durchführung und Nachverfolgung jedoch wesentlich transparenter und effizienter.