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CAFM: Wirtschaftlichkeits- und Nutzenanalyse (Business Case)

Facility Management: FM-Software » Strategie » Vorbereitung » Business Case

Wirtschaftlichkeits- und Nutzenanalyse für eine FM‑Software

Die „Wirtschaftlichkeits- und Nutzenanalyse (Business Case)“ erstellt eine belastbare, prüffähige Entscheidungsgrundlage für die Einführung bzw. Erneuerung/Erweiterung einer FM‑Software. Sie quantifiziert und begründet – soweit möglich – Kosten, Nutzeffekte (quantitativ/qualitativ), Risiken, Alternativen und Finanzkennzahlen, sodass Budgetfreigaben, Priorisierungen und Governance‑Entscheidungen fachlich und kaufmännisch sauber getroffen werden können. Im Projektmanagement‑Kontext ist der Business Case zudem nicht nur „Startdokument“, sondern ein Steuerungsinstrument: die fortlaufende wirtschaftliche Begründung (continued business justification) und verwendet den Business Case als Entscheidungsgrundlage, damit ein Projekt wirtschaftlich sinnvoll bleibt (ROI‑Logik, gerechtfertigter Ressourceneinsatz). Abzugrenzen ist der Business Case von der Nutzenrealisierung: Ein Business Case legitimiert die Investition; die Nutzenrealisierung organisiert, wie und wann Benefits gemessen und realisiert werden (z. B. Benefits Register, Verantwortlichkeiten, Reviews).

Ziele und Deliverables

Zielzustand der Dienstleistung ist ein freigegebener Business Case (inkl. Modell), der (a) für interne Entscheidungsgremien tragfähig ist, (b) für Beschaffung/Verhandlungen verwendbar ist (SaaS/On‑Prem/Partnerleistungen), und (c) als „lebendes“ Referenzartefakt über Projektphasen aktualisiert werden kann.

Deliverable

Zweck / grober Inhalt

Owner (Erstellung)

Freigabe (Accountable)

Optionalität / Bedingungen

Business‑Case‑Dokument (Versionen: Draft → Final)

Executive Summary, Ausgangslage, Zielbild/Scope‑Bezug, Alternativen/Optionen (mind. BAU/„do minimum“), Kosten‑/Nutzen‑Logik, Risiken, Empfehlung.

Projektleitung + Controlling

Sponsor/Auftraggeber

Must

Rechenmodell (Excel) „Kosten/Nutzen/Finanzkennzahlen“

Transparentes Modell mit Parametern, Annahmen, Cashflows, ROI/Payback/IRR‑Berechnung

Controlling (mit Projektleitung)

Sponsor + Controlling

Must

Kostenmodell (TCO‑Struktur)

Struktur der Einführungskosten und Betriebskosten inkl. interner Aufwände und externer Kosten über Evaluierung bis Betrieb

Controlling + Projektleitung

Sponsor

Must

Nutzenkatalog (quantitativ) inkl. Herleitung

Quantitative Nutzenannahmen (z. B. Prozesszeitersparnisansatz) und – sofern passend – Erfahrungswerte/Benchmarks

FM‑Fachverantwortung + Controlling

Sponsor

Must

Nutzenkatalog (qualitativ) inkl. Bewertungsmatrix

Qualitative Nutzen (z. B. Sicherheit, Qualität, Image, Nachhaltigkeit, Transparenz) mit nachvollziehbarer Bewertungsskala

Projektleitung + FM

Sponsor

Should (in der Praxis häufig Must)

Benefits Register & „Benefit Profile“ (Messlogik)

Strukturierte Benefit‑Einträge: Beschreibung, Beobachtbarkeit, Attribution/Owner, Messmethode, Review‑Zeitpunkte; Nutzenmanagement betont, dass Benefits definiert und messbar gemacht werden müssen und empfiehlt Benefit Profiles.

Projektleitung/Change + FM

Sponsor

Should; wird Must bei strengem Invest‑Controlling

Sensitivitäts- und Szenarioanalyse

Robustheit gegen Unsicherheiten (z. B. Adoption‑Rate, Integrationsaufwand, Datenqualität); unterstützt „Investitionsfähigkeit“ unter Risiko.

Controlling

Sponsor

Should

Compliance‑/Datenschutz‑Kosten-/Nutzenbeitrag

Bewertung, ob DSFA/zusätzliche TOMs/Prozessanpassungen erforderlich sind (Zeit/Budget‑Folgen). DSFA‑Pflicht folgt aus Schwellwertanalyse; Entscheidung ist zu dokumentieren; zudem verlangt Art. 32 risikoadäquate Maßnahmen unter Berücksichtigung u. a. der Implementierungskosten.

Datenschutz + IT‑Security + Controlling

Sponsor/Legal

Optional → wird Must bei personenbezogenen Daten/hohem Risiko

Entscheidungsunterlage für Lenkungskreis

Kompakte Vorlage (1–5 Seiten) mit Kernaussage, Kosten/Nutzen, Risiken, Empfehlung, Freigabeantrag.

Projektleitung

Sponsor

Should

Aktualisierungsplan (Business‑Case‑Lifecycle)

Festgelegte Update‑Zeitpunkte (z. B. nach Anbieterangeboten, nach Scope‑Freeze, vor Go‑Live‑Entscheidung) inkl. Verantwortlichkeiten; PRINCE2 stellt auf regelmäßige Prüfung der wirtschaftlichen Begründung und Staged‑Steuerung ab.

Projektleitung/PMO

Sponsor

Should

Vorgehenslogik

Für FM‑Software‑Business‑Cases ist eine mehrstufige Logik zweckmäßig, weil die Kostengenauigkeit typischerweise mit zunehmender Markt‑ und Lösungskenntnis steigt (z. B. nach Angebotsphase oder nach Architektur-/Betriebsmodellentscheidungen). In strukturierten Business‑Case‑Leitfäden wird daher häufig zwischen frühen und späteren Reifegraden unterschieden und zugleich ein „Options Framework“ genutzt, das mindestens Business‑as‑Usual (BAU) und eine „do minimum“‑Option als realistische Kernoption vorsieht.

Eine praxistaugliche Stufenabbildung (vereinfacht):

  • BC-Scoping (BAU/Optionen) → BC-Draft (Kosten/Nutzen grob) → BC-Final (mit Angeboten/Architektur)

  • → Investitionsentscheidung → BC-Updates je Projekt-Gate → Benefits Review nach Go-Live

Aktivitäten-/Arbeitspaket‑Tabelle

Aktivität/Arbeitspaket

Beschreibung (Zweck, Aktivitäten, Ergebnis)

Verantwortliche Rolle

Dauer/Aufwand (Richtwert mittelgroß; kontextabhängig)

Abhängigkeiten

Kick‑off Business Case & Scoping

Zielsetzung, Zeithorizont, Bewertungslogik, Entscheidungsbedarf (Gremien), Versionierungsplan; Festlegung BAU‑Baseline und Mindestoption („do minimum“) als Vergleich.

Projektleitung + Sponsor

2–5 Tage

Zielbild/Scope‑Entwurf; Stakeholderverfügbarkeit

Optionen/Alternativen strukturieren

Erfassung BAU, do‑minimum, Zwischenoptionen; Abgleich auf „what/where/how/who/when/funding“ (Options Framework).

Projektleitung + Controlling

3–7 Tage

Grundverständnis Zielbild; IT‑Rahmen

Kostendaten erheben und strukturieren

Interne Aufwände & externe Kosten über Evaluierung bis Betrieb; Einführung + Betrieb; ggf. IT‑Infrastrukturkosten als eigener Block.

Controlling

1–2 Wochen

Ressourcen-/Rollenklarheit; Vorinformationen Anbieter/IT

Nutzenhebel identifizieren & priorisieren

Nutzenhebel entlang FM‑Kernfelder (z. B. Instandhaltung, Flächenmanagement) und Transparenz/Dokumentation; Ableitung erster KPI‑Kandidaten.

FM‑Fachverantwortung

1–2 Wochen

Prozess-/Datenbasiskenntnis; Key‑User‑Input

Nutzen quantifizieren (Prozesskostenansatz, Erfahrungswerte)

Monetarisierung über Zeitersparnis/Prozesskostenansatz; Plausibilisierung über Erfahrungswerte/Benchmarks (soweit passend); Dokumentation der Berechnungslogik.

Controlling + FM

1–3 Wochen

Prozessdaten/Zeiterfassungen; Annahmenlog

Qualitative Nutzen bewerten

Bewertung nicht oder nur schwer monetarisierbarer Nutzen (z. B. Sicherheit, Qualität, Image, Nachhaltigkeit, Transparenz) in einer Matrix; Herleitung (warum relevant, welche Stakeholder).

Projektleitung + FM

3–7 Tage

Stakeholderanalyse; Compliance‑Input

Finanzmodell erstellen (Kennzahlen, Cashflows)

Modell mit Cashflow‑Logik, Abzinsung/ Aufzinsung, ROI/Payback/IRR/MIRR; Szenarien (Base/Best/Worst) und Parametersteuerung.

Controlling

1–2 Wochen

Kosten- und Nutzenquantifizierung

Sensitivitätsanalyse & Risikozuschläge

Variation zentraler Treiber (z. B. Adoption‑Rate, Integrationskosten, Datenaufbereitung) und Dokumentation der Robustheit; ggf. Risikopuffer/Contingency.

Controlling + Projektleitung

3–7 Tage

Finanzmodell stabil

Compliance-/Datenschutz‑Einordnung (falls relevant)

Schwellwertanalyse DSFA (Erforderlichkeit), Dokumentation der Entscheidung; Aufwand für TOMs/DSFA/Reviews berücksichtigen; Art. 32 verlangt risikoadäquate Maßnahmen unter Berücksichtigung u. a. der Implementierungskosten.

Datenschutz + IT‑Security

3–10 Tage

Datenkategorien & Systemdesign grob bekannt

Review, Qualitätssicherung, Freigabeprozess

Reviews mit FM/IT/Controlling/Sponsor; nachvollziehbare Annahmen; Konsistenzprüfung (keine Doppelzählung, saubere BAU‑Baseline); Freigabepaket finalisieren.

Projektleitung

1–2 Wochen (kalendergetrieben)

Stakeholderverfügbarkeit; Entscheidungstermine

Typische Meilensteine mit Eintrittsbedingungen

Meilenstein

Ergebnis

Business‑Case‑Kick‑off abgeschlossen

Bewertungsrahmen fixiert

Scope‑Entwurf liegt vor; BAU‑Baseline und Mindestoption („do minimum“) definiert; Verantwortlichkeiten geklärt.

Business‑Case‑Draft (v0.x)

Erste belastbare Größenordnung

Kostenstruktur Einführung/Betrieb angelegt; Nutzenhebel identifiziert; Annahmenlog erstellt; offene Punkte transparent.

Business‑Case‑Final (v1.0) freigabefähig

Entscheidungsreife

Finanzkennzahlen (ROI/Payback/IRR) nachvollziehbar; Sensitivitäten dokumentiert; qualitative Nutzen bewertet; Empfehlung formuliert.

Investitionsentscheidung / Budgetfreigabe

Go/No‑Go

Entscheidungsunterlage liegt vor; Finanzierung/Verantwortlichkeiten bestätigt; Roadmap‑Implikationen verstanden (z. B. SaaS‑Lizenzmodell).

Benefits‑Review‑Plan verabschiedet

Nutzenrealisierung steuerbar

Benefits Register inkl. Messlogik/Owner; Review‑Zeitpunkte definiert; Verbindung zum Betrieb/Controlling hergestellt.

Klarer Exit‑Kriteriensatz für die Dienstleistung

Das Arbeitspaket ist abgeschlossen, wenn Business‑Case‑Dokument + Rechenmodell freigegeben sind, wesentliche Annahmen/Risiken dokumentiert sind und Nutzenverantwortlichkeiten (Benefit Owner) inkl. Messlogik mindestens für die MVP‑/Release‑1‑Benefits festgelegt sind.

Typische Rollen/Stakeholder

Für einen FM‑Software‑Business Case braucht es eine enge Kopplung von Fachlichkeit, IT‑Realität und kaufmännischer Steuerung.

Datenschutz/Informationssicherheit sind nicht nur „Compliance‑Beifang“: DSFA‑Pflicht ergibt sich aus einer Schwellwertanalyse (mit Dokumentationspflicht), DSFA ist vor Aufnahme der Verarbeitung durchzuführen, und Art. 32 verlangt risikoadäquate Sicherheitsmaßnahmen unter Berücksichtigung der Implementierungskosten sowie regelmäßige Wirksamkeitsprüfung.

Rollen: Sponsor/Auftraggeber (SP), Projektleiter (PL), FM‑Manager/Fachprozessowner (FM), IT‑Leitung/Architekt (IT), Implementierungspartner/Anbieter (IP), Controlling/Finance (CO), Datenschutz/ISB (DS)

Kernaktivität

SP

PL

FM

IT

IP

CO

DS

Bewertungsrahmen & Optionen (BAU/do‑minimum)

A

R

C

C

I

R/C

I

Kostenerhebung Einführung/Betrieb

C

C

I

C

I

A/R

I

Nutzenhebel identifizieren

C

R

A/R

C

C

C

I

Nutzen quantifizieren (Prozesskosten/Zeitersparnis)

C

C

R

I

C

A/R

I

Finanzmodell & Kennzahlen (ROI/Payback/IRR)

I

C

I

I

I

A/R

I

Sensitivitäts-/Szenarioanalyse

I

C

C

C

I

A/R

I

Datenschutz-/Compliance‑Scoping (DSFA‑Schwellwertanalyse)

I

C

I

C

I

I

A/R

Review & Freigabeempfehlung

A

R

C

C

C

C

C

Grobe Aufwandsschätzung

Für ein mittelgroßes FM‑Software‑Projekt ist für einen entscheidungsfähigen Business‑Case‑Erstdurchlauf typischerweise ein Korridor von ca. 3–8 Wochen realistisch (kalendergetrieben durch Datenerhebung, Reviews, Gremientermine). Der reine Analyseaufwand liegt häufig im Bereich 15–35 Personentage, je nach Datenverfügbarkeit, Integrationsgrad und erforderlicher Sensitivitäts-/Risikotiefe (kontextabhängig, nicht normativ). Ein zweiter Durchlauf („Business Case Refinement“) ist oft sinnvoll, sobald belastbare Anbieterangebote und/oder Architekturentscheidungen (SaaS/On‑Prem, Integrationsvorgehen) vorliegen; das folgt dem in strukturierten Business‑Case‑Leitfäden beschriebenen Stufengedanken (von Scoping bis finaler Ausgestaltung).

Abhängigkeiten zu anderen Dienstleistungen/Arbeitspaketen

Der Business Case ist fachlich abhängig von Zielbild/Scope/Roadmap sowie von einer belastbaren Projektorganisation, weil ohne stabile Scope‑Baseline weder Kosten noch Nutzen sinnvoll normiert werden können (Änderungen würden sonst die Kalkulation permanent entwerten).

Technisch hängt die Kostenseite stark vom Integrationsumfang ab.

Organisatorisch verändern Multi‑Site‑Rollouts, Outsourcing‑Modelle und mobile Nutzung die Roadmap und damit Kosten- und Nutzenprofil (z. B. Schulungs-/Change‑Aufwand, Lizenzmodelle, App‑Integration). Schwerpunkt sind u. a. die zunehmende SaaS‑Nutzung mit neuen Betriebsformen/Lizenzmodellen sowie mobile Apps als Standard einer Systemintegration.

Datenschutz/Compliance kann eigenständige Kosten und Zeitachsen erzeugen: Die DSFA‑Erforderlichkeit folgt aus einer Schwellwertanalyse; die Entscheidung ist zu dokumentieren, DSFA ist vor Aufnahme der Verarbeitung durchzuführen und rechtzeitig zu starten (nicht „ad hoc“).

Risiken und Gegenmaßnahmen

Die häufigsten Business‑Case‑Risikofelder in FM‑Software‑Vorhaben liegen weniger in Rechenmethoden als in Daten, Annahmenqualität, Doppelzählungen und Adoption.

Typisches Symptom

Gegenmaßnahme (im Arbeitspaket verankern)

BAU‑Baseline unsauber

Nutzen erscheint „zu groß“ oder widersprüchlich

BAU explizit modellieren; Mindestoption („do minimum“) als realistischer Kern; Konsistenzcheck gegen Scope.

Doppelzählung von Nutzen

Mehrere Benefits referenzieren denselben Effekt (z. B. Zeiteinsparung + Kostensenkung ohne Trennung)

Benefit‑Profiles mit Attribution und Messmethode; Nutzenregister als „Single Source“.

Integrations-/Datenaufwände unterschätzt

Business Case „kippt“ nach Architektur-/Schnittstellenklarheit

Früh‑Scoping IT‑Integration (Schnittstellenarten, Datenumfang); Sensitivitäten für Integrationsaufwand.

Nutzenannahmen nicht messbar

„Weiche“ Nutzenargumente ohne KPI‑Anker

Qualitative Nutzenmatrix plus definierte Proxy‑KPIs; PRINCE2‑Logik: Business Case unterstützt Entscheidung, Projekt muss wirtschaftlich sinnvoll bleiben.

Adoption/Change nicht eingepreist

Nutzen tritt nicht ein, obwohl System live ist

Benefit Owner + Benefits‑Reviews; Leitfäden fordern Benefits‑Register und Benefits‑Realisation‑Arrangements.

Datenschutz/DSFA spät erkannt

Stop/Delay kurz vor Rollout

Schwellwertanalyse früh, Entscheidung dokumentieren; DSFA rechtzeitig starten; Art. 32‑Maßnahmen budgetieren.

Politische/strategische Zielkonflikte

Business Case wird „verhandelt“, nicht gerechnet

Options-/Szenariologik transparent; Sensitivitäten offenlegen; Entscheidungsgremium entscheidet bewusst entlang dokumentierter Trade‑offs.

Beispiel‑Gliederung Business Case

Abschnitt

Zweck / Beispielinhalt

Management Summary

Kernaussage, Empfehlung, KPIs, Entscheidungsbedarf

Ausgangslage & Problemdefinition

Ist‑Kosten-/Prozesslage, Defizite, Treiber (z. B. Transparenz, Dokumentation)

Zielbild, Scope und Annahmen

Bezug auf Projekt‑Scope; Annahmenlog; nicht enthaltene Themen

Optionen/Alternativen

BAU, do‑minimum, Zwischenoptionen; Begründung der bevorzugten Option („preferred way forward“).

Kostenmodell (Einführung & Betrieb)

Interne/externe Kosten; Einführung/Betrieb; ggf. IT‑Infrastrukturkosten.

Nutzenmodell (quantitativ)

Prozesskosten-/Zeitersparnisansatz; Erfahrungswerte/Benchmarks; Nutzenhebel z. B. Instandhaltung/Fläche.

Nutzenmodell (qualitativ)

Matrix: Sicherheit, Qualität, Image, Nachhaltigkeit, Transparenz; Gewichtung/Punktwerte.

Wirtschaftlichkeitskennzahlen

ROI, dynamische Amortisation, IRR/MIRR; Kapitalwert/Abzinsung (modellabhängig).

Sensitivitäts-/Szenarioanalyse

Treiber, Bandbreiten, Worst/Base/Best; Risiken und Puffer.

Nutzenrealisierung & Messkonzept

Benefits Register, Benefit Owner, Review‑Zeitpunkte, KPI‑Messung.

Risiken, Compliance, Next Steps

DSFA‑Schwellwertanalyse/Art‑32‑Aufwände (falls relevant); Roadmap‑Ableitung, Freigabebedarf.

Beispielhafte Kosten- und Nutzenkategorien

Kategorie

Typische Unterkategorien (Beispiele)

Hinweise/Varianten

Einmalkosten (Einführung)

Auswahl/Evaluierung, Projektmanagement/PMO, Implementierungspartnerleistungen, Datenmigration & Bereinigung, Schnittstellen/Integration, Schulung/Key‑User‑Aufbau, Test/Abnahme, Go‑Live/Cutover

Integrationsgrad dominiert häufig Aufwand; Einbindung in IT‑Umfeld/Schnittstellenumfang ist eigenständig zu betrachten.

Laufende Kosten (Betrieb)

SaaS‑Subscription oder Wartung, Support/Service Desk, Betrieb/Hosting, Weiterentwicklung/Release‑Management, Lizenz‑/User‑Skalierung, Monitoring/Backups

SaaS/Cloud verändert Betriebs‑ und Lizenzmodelle.

Quantitative Nutzen (Euro)

Prozesszeitersparnis (z. B. weniger Doppelpflege), reduzierte Bearbeitungszeiten, optimierte Instandhaltung/Verfügbarkeit, Flächenoptimierung, bessere Kosten-/Leistungstransparenz

Nutzenhebel werden u. a. in Instandhaltung und Flächenmanagement gesehen; Prozesskosten-/Zeitersparnisansatz als Monetarisierungsweg.

Qualitative Nutzen (Bewertung)

Sicherheit/Betreiberverantwortung, Qualitätssteigerung, Image, Nachhaltigkeit, Transparenz

Diese Nutzenkategorien werden explizit als qualitative Matrix genannt.

Diese KPIs sind bewusst als Beispiele formuliert (projektspezifisch anzupassen)

Nutzenhebel

KPI‑Beispiele (Outcome‑nah)

Typische Datenquellen

Instandhaltung/Technische Verfügbarkeit

Anteil fristgerechter Wartungen, mittlere Störungsbehebungszeit, Anlagen‑Downtime, Anteil präventiv vs. reaktiv

CAFM‑Tickets/Workorders, Wartungspläne, Anlagenstammdaten

Flächenmanagement

Auslastungsgrad, m² pro Arbeitsplatz/Funktion, Flächenkosten pro m², Leerstandsquote (wo anwendbar)

Flächen-/Belegungsdaten, ERP/Controlling, CAD/BIM (falls integriert)

Transparenz/Kosten & Leistungen

Kosten je Objekt/Service, Service‑SLAs/Erfüllungsquote, Budgetabweichungen

ERP/Controlling, Serviceprovider‑Reports, CAFM‑Reporting

Dokumentation/Betreiberverantwortung

Quote vollständiger Prüf-/Wartungsnachweise, Audit‑Findings, Fristenüberschreitungen

Dokumentenmanagement, Rechtskataster/Prüfpläne, CAFM‑Dokumentation

Sensitivitätsanalyse‑Template

Ein robustes Minimal‑Set an Sensitivitäten (als Excel‑Eingabeparameter) umfasst typischerweise: (a) Integrationsaufwand, (b) Datenaufbereitungsaufwand, (c) Adoption‑Rate/Nutzungsgrad, (d) Lizenz‑/Betriebskostenentwicklung, (e) realisierte Zeiteinsparungen. Die Notwendigkeit, Optionen/Umsetzungsvarianten nachvollziehbar zu filtern und dabei BAU/do‑minimum als Referenz zu führen, ist in strukturierten Business‑Case‑Leitfäden explizit beschrieben.

Varianten und Kontextinformationen, die vom Auftraggeber benötigt werden- Die Business‑Case‑Ausgestaltung hängt stark vom Kontext ab. Besonders wirkungsrelevant sind:

  • SaaS/Cloud vs. On‑Prem: andere Kostenprofile (OPEX‑lastig vs. CAPEX‑lastig) und Lizenzlogiken.

  • Viele Standorte vs. wenige: Rollout‑Wellen, Trainings-/Change‑Kosten, Nutzenrealisierungszeitpunkt.

  • Hoher Integrationsgrad vs. Low‑Integration: Schnittstellenarten/Datenaustauschumfang beeinflussen Kosten und Projektpfad.

Für eine spätere, „ausformulierbare“ Leistungsbeschreibung (RfP/Pflichtenheft‑Textbausteine) sind typischerweise folgende Auftraggeber‑Inputs erforderlich: Zielmodule/Use‑Cases, Standorte/Objekte, Nutzerrollen, vorhandene Datenquellen und Datenqualität, gewünschtes Betriebsmodell, Integrationskandidaten/Systemowner, interne Kostensätze (nur für interne Kalkulation), relevante Compliance‑Rahmenbedingungen (personenbezogene Daten, DSFA‑Trigger).