CAFM ohne Excel-Schnittstelle
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Betrieb eines CAFM-Systems ohne Excel-Schnittstelle
Facility Management und CAFM setzen üblicherweise auf Datenimporte und -exporte im Excel-Format. In der Praxis heißt es: „Excel sei das meistgenutzte CAFM-System“. Fehlt nun die technische Schnittstelle für den Im-/Export von Excel, müssen stattdessen organisatorische Prozesse greifen. So betont ein FM-Anbieter, dass es „nicht mehr zeitgemäß“ sei, Facility Management mit Excel-Listen zu betreiben. Stattdessen werden alle Aufgaben digital im CAFM abgewickelt – etwa über direkt im System erstellte Reports, Dashboards und strukturierte Formulare. Im Folgenden wird dargestellt, wie die zentralen Abläufe auch ohne Excel-Schnittstelle organisiert werden können.
Kein direkter Import und Export strukturierter Listen zwischen Tabellenkalkulation und CAFM
- Massendatenpflege
- Berichte, Auswertungen und Statusübersichten
- Kommunikation mit Dienstleistern
- Flächenberechnung, Budgetverwaltung und Kennzahlen
- Qualitätssicherung und Plausibilitätsprüfungen
- Alternativen zur Excel-Nutzung
- Rollenverteilung und organisatorische Maßnahmen
Massendatenpflege ohne Excel-Import
Die Anlage oder Aktualisierung großer Datenbestände (z.B. Räume, Flächen, Assets, Prüfobjekte, Verträge) muss dann per Hand oder mit alternativen Hilfsmitteln erfolgen. Üblicherweise verteilen Verantwortliche die Arbeit auf mehrere Rollen: Fachbereichskoordinatoren sammeln Daten dezentral und geben sie über interne Meldesysteme an die CAFM-Administratoren weiter. Beispielsweise nutzt die Bergische Universität Wuppertal ein Webformular: Raumkoordinatoren melden neue oder geänderte Raumdaten online, und FM-Mitarbeiter tragen diese manuell im CAFM nach. Ein solcher Workflow sorgt dafür, dass Eingabefehler minimiert und Zuständigkeiten klar bleiben. Für eine bessere Datenqualität werden zudem indirekte Kontrollen etabliert – beispielsweise lassen sich Verantwortlichkeiten und Freigaben nach ISO-19650-Grundsätzen festlegen (z.B. „wer darf welche Daten sehen und ändern“). Moderne CAFM-Systeme unterstützen das über definierte Benutzerrollen: Jeder Nutzer sieht nur die für ihn freigegebenen Daten. In der Summe übernimmt also ein Team von Datenpflegern (Stammdaten-Team, Flächenmanagement etc.) die manuelle Erfassung großer Datenmengen, während dezentral arbeitende Fachanwender (Techniker, Raumbetreuer) über Formulare oder Tickets Ergänzungen melden.
Berichte, Auswertungen und Statusübersichten ohne Excel-Export
Ohne Excel-Export liefern CAFM-Systeme integrierte Berichtswerkzeuge und Dashboards. Interne Statusübersichten und Kennzahlen werden in der Regel als PDFs oder interaktive Auswertungen bereitgestellt, nicht mehr als .xlsx. Viele Anbieter werben daher mit Dashboards & Analysen – etwa heißt es dazu: „Erhalte Einblicke in deine Abläufe und triff fundierte Entscheidungen“. In solchen Cockpits werden Daten grafisch verdichtet: Kennzahlen und Trends lassen sich in Echtzeit überwachen. Finanz- und Budgetübersichten können über eine direkte ERP-Kopplung erfolgen, statt über Tabellenexport. So ermöglichen ERP-Schnittstellen den Austausch von Kosten- und Vertragsdaten zwischen Buchhaltung und CAFM. Beispielsweise lässt sich ein Budget- oder Kostenplan zentral im ERP führen und im CAFM anzeigen. Flächen- und Leistungsdaten können – anstelle einer manuellen Berechnung in Excel – über integrierte Flächenmanagement-Module oder BIM-Import berechnet werden. Moderne CAFM-Software kann BIM-Modelle (z.B. im IFC-Format) einlesen und daraus Raumgeometrien bzw. Flächendaten extrahieren. Auf diese Weise entstehen konsistente Auswertungen direkt im System – etwa Flächenübersichten oder ROI-Kennzahlen – die als Berichte gedruckt oder an andere Management-Tools weitergegeben werden, ohne Umweg über Excel.
Kommunikation mit Dienstleistern ohne Excel-Listen
Die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern (Wartung, Reinigungsfirmen, Prüfer etc.) kann ebenfalls papierlos im CAFM ablaufen. Ein typischer Ansatz ist ein Lieferantenportal oder Ticketsystem: Externe Partner erhalten einen geschützten Systemzugang oder eine App, über die sie Aufträge einsehen und Rückmeldungen geben. So heißt es etwa für ein Beispielsystem: „Partner, Lieferanten & Portal: Integriere externe Partner & Lieferanten in deine Instandhaltungsprozesse“. In der Praxis bedeutet das, dass Serviceberichte, Checklisten und Prüfprotokolle digital direkt im CAFM ausgefüllt werden – oft schon per Smartphone oder Tablet vor Ort. Dadurch entfallen klassische Übergaben von Excel-Tabellen. Stattdessen werden Störungsmeldungen oder Wartungsaufträge mittels Barcode-/QR-Code-Scan oder mobiler App erfasst und automatisch mit dem zugehörigen Asset verknüpft. Externe Techniker sehen sofort im System, welche Aufgaben anstehen, und melden ihre Ergebnisse (Fotos, Messwerte, Freigaben) direkt in strukturierten, vorgegebenen Formularen. Die eingehenden Serviceberichte werden digital unterschrieben und gebündelt an den Auftraggeber übermittelt. Dieser gesteuerte Workflow – Tickets statt E-Mail-Anhänge, digitale Formulare statt Excel-Listen – erhöht die Transparenz und vermeidet Medienbrüche. Berichte und Protokolle können anschließend elektronisch verteilt oder ins Dokumentenmanagement übergeben werden, z.B. als PDF im Intranet oder per automatischer E-Mail, ohne Excel-Export.
Flächenberechnung, Budgetverwaltung und Kennzahlen ohne Tabellenexport
Anwender erwarten im CAFM integrierte Funktionen für Flächenmanagement und Controlling. So enthalten viele Systeme Module, um Flächen mathematisch zu kalkulieren (z.B. polygonale Raumkonturen aus CAD/BIM) und daraus automatisch Flächenübersichten zu generieren. Diese Daten können – anstatt über Excel – direkt im CAFM aggregiert und visualisiert werden. Ebenso werden finanzielle Kenngrößen und Budgets oftmals über Anbindungen an ERP-Systeme synchronisiert. Ein ERP-Interface erlaubt den regelmäßigen Datenaustausch (z.B. per standardisierten RFC-/BAPI-Verfahren) zwischen CAFM und Controlling. Im CAFM können so Gesamtbudgets und laufende Kosten automatisch aktualisiert werden. Für Kennzahlen („KPIs“) setzt man üblicherweise Dashboards oder Management-Cockpits ein – etwa in Anlehnung an ein „FM-Dashboard“. Dort fließen Daten aus unterschiedlichen Quellen ein (Fläche, Kosten, Verbräuche) und werden in Echtzeit grafisch verdichtet. Bei Überschreiten vordefinierter Grenzwerte können automatisch Warnmeldungen ausgelöst werden. So hat der Facility Manager alle Kennzahlen stets im Blick, ohne jemals eine Excel-Tabelle exportieren zu müssen.
Qualitätssicherung und Plausibilitätsprüfungen ohne Excel-Vergleich
Auch in der Qualitätssicherung ersetzt das CAFM Excel-basierte Nacharbeiten durch automatisierte oder manuelle Prüfprozesse direkt im System. Beispielsweise lassen sich Auswertungen durch Stichprobenprüfungen ergänzen: Werden von einem Dienstleister umfangreiche Leistungsnachweise erstellt, kann der Betreiber per Zufallsstichprobe eine Teilmenge prüfen. Jeder Position wird in der Stichprobe auf Plausibilität und Nachweis kontrolliert, und die Ergebnisse hochgerechnet. Ein Modellbeispiel ist die Prüfung von Reinigungsleistungen nach Norm (z.B. EN 13549): Dazu wählt man etwa monatlich 50 von 400 Räumen aus, bewertet sie anhand festgelegter Kriterien und zieht Schlüsse für den Gesamtumfang. Solche stichprobenbasierten Kontrollen ermöglichen es, Leistungsstandards zu überwachen und Abweichungen früh zu erkennen. Allgemein gelten die Leitlinien der Qualitätssicherung auch im CAFM: Eine regelmäßige Plausibilitätsprüfung der Daten und Ergebnisse sowie der Abgleich mit historischen oder Sollwerten wird empfohlen. Diese Überprüfungen werden nun systematisch über das CAFM (Reporting-Tools oder gesonderte Prüfprotokolle) abgewickelt, statt in Excel-Vergleichen. So können z.B. Leistungskennzahlen kontinuierlich analysiert und Anomalien (z.B. unerwartet hohe Kosten) automatisiert markiert werden. Durch solche integrierten Prüfprozesse bleibt die Datenqualität hoch, selbst ohne separaten Excel-Check.
Alternativen zur Excel-Nutzung in der Praxis
Ohne Excel-Grundgerüst setzt man auf strukturierte Eingabehilfen und interne Listen: CAFM-Systeme bieten meist fest konfigurierbare Formulare und Checklisten für alle Teilprozesse. Beispiele sind digitale Service-, Wartungs- oder Abnahmeprotokolle, die direkt im System ausgefüllt werden. Mobile Apps und Offline-Modus ermöglichen es Technikern, Berichte vor Ort zu erfassen – analog zum papierlosen Dienst. Weitere Hilfsmittel sind interne Ansichten oder Filterlisten im CAFM, die Sammelübersichten ersetzen, die sonst in Excel erstellt würden. Nutzer können gespeicherte Sichten für Arbeitsaufträge, Projektlisten oder Verträge anlegen und so ohne Exportübersicht behalten. Zudem können viele Systeme entlastende Funktionen bieten: So lassen sich wiederkehrende Aufgaben automatisieren (z.B. geplante Wartungen), Standardreports termingesteuert erzeugen oder digitale Unterschriften abwickeln. Im Ergebnis ersetzt der Workflow aus CAFM-Formularen, internen Reports und Mail-Benachrichtigungen die gewohnten Excel-Tabellen. Etwa fasst eine moderne Instandhaltungssoftware die Dokumentation zusammen: „Sie automatisiert Prozesse, sorgt für strukturierte Daten, ermöglicht mobile Nutzung, schafft Transparenz und beschleunigt die Abrechnung“. Damit sind manuelle Medienbrüche passé und Informationen bleiben durchgängig digital.
Rollenverteilung und organisatorische Maßnahmen
Schließlich braucht es klare Zuständigkeiten und abgestimmte Abläufe, um die fehlenden Excel-Schnittstellen organisatorisch zu kompensieren. Üblich ist eine Aufgabenteilung: Ein eigenes Datenmanagement-Team pflegt Stammdaten zentral im CAFM (z.B. Fachbereich Flächenmanagement oder FM-Stammdatenverantwortliche), während Fachanwender für Primärdaten sorgen (z.B. Techniker für Asset-Informationen). Bei der Wuppertaler Lösung etwa melden Raumkoordinatoren Änderungen über das Ticketsystem, die FM-Mitarbeiter nach Freigabe einpflegen. Gesteuert wird dies durch ein Berechtigungskonzept: Über Benutzerrollen wird bestimmt, wer welche Daten sehen oder editieren darf. So reduziert man Redundanzen und legt fest, wer Datenänderungen autorisiert. Für das Projektmanagement und Reporting richtet man funktionsübergreifende Teams ein: Zentrale CAFM-Administratoren (Key-User) verantworten zum Beispiel regelmäßige Analysen und Plausibilitätschecks, während Abteilungsleiter die Umsetzung sicherstellen. Organisatorische Maßnahmen können zudem Trainings und klare Dokumentationen umfassen (etwa Checklisten für Datenpflege, Kommunikationsregeln für Dienstleister usw.). Auf diese Weise wird der Verzicht auf Excel im Tagesbetrieb ausgeglichen: Klare Prozesse, definierte Rollen und regelmäßige Kontrollen sorgen dafür, dass CAFM-Daten konsistent bleiben und alle Beteiligten an einem Strang ziehen.
