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CAFM ohne Schnittstelle zum CAD-System

Facility Management: FM-Software » Schnittstellen » CAD » CAFM ohne Schnittstelle zu CAD

CAFM-System ohne CAD-Schnittstelle für manuelle Verwaltung technischer Pläne

CAFM-Betrieb ohne CAD-Schnittstelle

Ohne eine technische CAD-Schnittstelle muss der Betrieb eines CAFM-Systems organisatorisch so aufgesetzt werden, dass dennoch konsistente Daten und Pläne vorliegen. Alle relevanten Abläufe – von der Flächenerfassung bis zur Planaktualisierung – müssen durch definierte Prozesse, Rollen und Workflows geregelt werden, da Automatik und Synchronisation entfallen. Im Folgenden wird beschrieben, wie Flächenmanagement, Raumdatenpflege, grafische Auswertungen und andere FM-Aufgaben in einem CAFM ohne CAD-Anbindung bewältigt werden können.

Organisatorische Praxis ohne CAD-Integration

Flächenmanagement ohne CAD-Anbindung

Ohne direkte CAD-Verknüpfung erfolgt die Ermittlung von Brutto- und Nettogrundflächen sowie Hauptnutzflächen (HNF) manuell anhand der bereitgestellten Pläne. Idealerweise liefert der Architekt oder Planer zu jedem Bauprojekt eine Raum- und Flächenliste (Raumbuch) mit allen Flächenangaben gemäß DIN 277. Diese Raumliste wird z.B. in Excel-Format bereitgestellt und enthält pro Raum die Nummer, Bezeichnung und Fläche (BGF/NGF/HNF). So kann sie in das CAFM-System importiert oder händisch übertragen werden. Wichtig ist, dass bereits in der Planungsphase vereinbart wird, welche Flächenkategorien auszuweisen sind (z.B. Nutz-, Verkehrs- und Technikflächen nach DIN 277), damit der Betreiber belastbare Flächendaten erhält. Die Flächenverwaltung im CAFM wird somit auf Grundlage dieser Listen gepflegt. Änderungen an Flächen (etwa durch Umbauten) müssen über aktualisierte Flächenaufstellungen nachgehalten und ins System eingearbeitet werden. Auf diese Weise bleibt das Flächenmanagement konsistent, auch wenn die Flächendaten nicht per CAD-Schnittstelle automatisch kommen.

Raumdaten und Raumstrukturen manuell pflegen

Ohne automatischen CAD-Import müssen Gebäude-, Geschoss- und Raumstammdaten organisatorisch gepflegt werden. Zu Beginn wird die Raumstruktur im CAFM einmalig angelegt – entweder durch manuellen Aufbau oder durch den Import vorbereiteter Listen (CSV/Excel). Hierbei werden alle Gebäude, Etagen und Räume mit ihren IDs/Nummern im System erfasst. Die nötigen Daten stammen aus den Planunterlagen: Raumnummern und -namen übernimmt man aus den Grundrissen bzw. der gelieferten Raumliste. Wichtig ist die Konsistenz der Raumkennzeichnung: Es muss ein einheitliches Nummernschema zwischen Zeichnungen und CAFM-Daten vereinbart sein, damit jeder Raum eindeutig zugeordnet werden kann. Gibt es z.B. keine automatische GUID-Vergabe, so dient die vom Architekten vergebene Raumnummer als Schlüssel.

Die Pflege der Raumdaten erfolgt dann bei Änderungen manuell

Kommt ein neuer Raum hinzu, ändert sich eine Raumgröße oder -nutzung, so erfasst der CAFM-Administrator oder FM-Sachbearbeiter diese Änderung im System. Ohne Schnittstelle sollte hierfür ein klarer Prozess definiert sein: z.B. meldet die Bauabteilung oder der Architekt die Änderung mittels Formular oder aktualisierter Raumliste an den CAFM-Verantwortlichen, der die Daten im System ändert. Dadurch wird der Raumbezug der Fachdaten (Inventar, Verträge, Nutzer etc.) gewahrt, obwohl kein automatischer CAD-Import erfolgt. Die Raumstruktur im CAFM bleibt aktuell, weil Änderungen zeitnah anhand der gelieferten Informationen eingepflegt werden.

Grafische Auswertungen und Pläne ohne CAD-Verknüpfung

Fehlt die CAD-Anbindung, stehen grafische Funktionen des CAFM nur eingeschränkt zur Verfügung. Ein integratives farbliches Flächencontrolling „auf Knopfdruck“ ist nicht direkt möglich, da keine aktiven CAD-Geometriedaten im System vorliegen. Dennoch kann man grafische Informationen einbinden: In vielen CAFM-Systemen, die ohne CAD arbeiten, werden Grundrisspläne als Bilder oder PDFs hinterlegt. Eingescannte Pläne oder PDF-Grundrisse können dem jeweiligen Geschoss im CAFM zugeordnet werden, sodass Nutzer zumindest einen Planhintergrund zur Orientierung haben. Über eine logische Verknüpfung zwischen diesen Planbildern und den Raumobjekten in der Datenbank lassen sich einfache grafische Darstellungen erzeugen. Beispielsweise kann ein Raum im Planbild via Klick geöffnet werden, wenn eine Koordinate oder ein Hyperlink hinterlegt ist – allerdings müssen solche Zuordnungen manuell erstellt und aktualisiert werden.

Für grafische Auswertungen (etwa farbige Flächendarstellungen nach Nutzungsart) gibt es zwei Ansätze: (1) Der Plan wird extern im CAD farblich markiert und als farbiges PDF ins CAFM hochgeladen. (2) Das CAFM bietet ein internes Zeichenmodul oder einen Editor, in dem Flächenumrisse rudimentär nachgezeichnet und mit Sachdaten verknüpft werden können. In beiden Fällen entsteht allerdings kein echter CAD-Datenbestand im CAFM, sondern nur ein Bild. Automatisierte Berechnungen – z.B. Summenbildung von Flächen per Auswahl im Plan – sind so nicht möglich. Stattdessen müssen Flächenberichte über die alphanumerischen Daten gezogen werden (Listen, Tabellen). Dennoch können Planhinterlegungen im CAFM hilfreich sein, um z.B. bei Störmeldungen oder Raumanfragen den entsprechenden Raum im hinterlegten Grundriss anzeigen zu lassen. Die grafische Komponente dient also mehr der Veranschaulichung, während Auswertungen überwiegend tabellarisch erfolgen.

Umgang mit Umbauten, Flächenänderungen und Planrevisionen

Ohne automatische Schnittstelle ist ein stringentes Änderungsmanagement entscheidend, damit Umbauten und Planänderungen zeitnah sowohl in CAD als auch im CAFM nachgeführt werden. Organisatorisch wird festgelegt, dass jede bauliche Änderung einen definierten Workflow durchläuft:

Zunächst muss der verantwortliche Planer (Architekt oder CAD-Fachkraft) die Bestandspläne aktualisieren. Alle Änderungen am Gebäude oder an der Raumaufteilung sind innerhalb kurzer Fristen (z.B. innerhalb 4 Wochen nach Bauausführung) in den CAD-Grundrissen nachzutragen. Jede Änderung wird dabei mit einem Änderungsvermerk und einer neuen Planversionsnummer versehen. Anschließend werden die aktualisierten Pläne an das CAFM-Team übergeben – zusammen mit einer aktualisierten Raumliste oder Änderungsdokumentation. Der CAFM-Administrator spielt diese Änderungen ins System ein, indem er z.B. die geänderten Raumflächen, -nummern oder -nutzungen gemäß der Mitteilung anpasst. Unberechtigte Änderungen direkt im CAFM sind zu unterbinden: Nur befugte Personen dürfen nach einem definierten Freigabeprozess Änderungen durchführen. So könnte festgelegt sein, dass ohne Freigabe durch das FM keine Planänderung als „gültig“ gilt und folglich nicht in die CAFM-Daten übernommen wird.

Wichtig ist auch, dass Teilumbauten und Zwischenstände sauber gehandhabt werden. Während einer Umbauphase existieren oft alte und neue Raumstände parallel. Hier empfiehlt sich, für die Dauer des Umbaus separate Kennzeichnungen oder temporäre Räume im CAFM anzulegen (z.B. Raum „101-alt“ und „101-neu“), um die Planung vorzubereiten. Nach Abschluss des Umbaus werden die alten Räume ausgemustert bzw. archiviert und die neuen Räume als aktuell markiert. Eine klare Regelung verhindert Datenchaos. Insgesamt stellt dieser manuelle Prozess sicher, dass Umbauten und Flächenänderungen kontinuierlich im CAFM nachgepflegt werden, obwohl keine automatische Synchronisation mit CAD erfolgt.

Dateibasierte Übergaben von Plänen und Daten

Ohne Online-Schnittstelle stützen sich alle Datenaustauschprozesse auf manuelle oder dateibasierte Formate. Typischerweise werden Planunterlagen in folgenden Formaten übergeben: DWG/DXF für CAD-Zeichnungen (Grundrisse als editierbare Vektordaten), PDF-Pläne als lesbare Referenz und Plotformat, sowie Excel-Tabellen (Raum- und Flächenlisten, Ausstattungslisten etc.) für alphanumerische Daten. Diese Formate sind verbindlich abzustimmen und idealerweise im Planervertrag festgeschrieben. So wird sichergestellt, dass der CAFM-Betreiber alle nötigen Informationen erhält, um sie ins System zu übernehmen. Beispielsweise kann festgelegt sein, dass spätestens zur Gebäudeübergabe ein vollständiges Planpaket geliefert wird, bestehend aus aktuellen DWG-Grundrissen, den entsprechenden PDF-Plänen, einer Raumliste in Excel sowie Layer- und Objektkatalogen. Diese Unterlagen dienen als Grundlage für die manuelle Datenpflege im CAFM.

Die DWG/DXF-Dateien werden bei fehlender direkter Schnittstelle entweder von einem CAD-Administrator manuell in geeignete Austauschformate überführt (z.B. Export von Raum-Polylinien und Attributen) oder zumindest als Archiv abgelegt. Einige CAFM-Systeme bieten die Möglichkeit, DWG-Dateien händisch zu importieren oder anzuzeigen (z.B. via integriertem Viewer); fehlt auch diese, nutzt der FM-Bereich eigene CAD-Software oder Viewer, um die Zeichnungen anzusehen. Die PDF-Pläne werden archiviert (oft im Dokumentenmanagement-System) und können im CAFM als Planhintergrund verlinkt werden. Aus den Excel-Raumlisten liest der CAFM-Administrator die Raumstammdaten und trägt sie ins System ein – entweder per Importfunktion oder durch Kopieren. Diese Excel-Listen sind ein zentrales Instrument, um Raumdaten ohne direkte CAD-Verbindung dennoch strukturiert zu übernehmen. Auch bei laufenden Änderungen kann der Datenaustausch über Excel/CSV erfolgen, etwa um große Umbenennungen oder Flächenupdates effizient einzuspielen.

Zusätzlich sollten Planänderungslisten oder Protokolle geführt werden

Bei jeder Revision erstellt der Planer idealerweise ein kurzes Änderungsprotokoll (z.B. "Wand versetzt zwischen Raum 101 und 102, Flächen entsprechend angepasst"), das zusammen mit den neuen Dateien übergeben wird. Dieses Protokoll hilft dem CAFM-Verantwortlichen, gezielt die Unterschiede zu erkennen und nachzuführen. Insgesamt ersetzt ein solches dateibasiertes Übergabe- und Importverfahren die fehlende direkte Schnittstelle. Es erfordert zwar mehr manuellen Aufwand und Kontrolle, gewährleistet aber, dass DWG, DXF, PDF und Raumlisten als Brücke zwischen CAD und CAFM dienen.

Reinigungsmanagement und Belegungsplanung ohne Raumplan-Import

Gerade Reinigungsplanung und Belegungsmanagement profitieren normalerweise von grafischen Raumplänen – ohne diese muss man verstärkt mit tabellarischen Übersichten arbeiten. Im Reinigungsmanagement werden die Flächen und Räume anhand der erfassten Daten bewirtschaftet: Jeder Raumdatensatz im CAFM sollte ein Attribut für die Reinigungszone oder Reinigungsgruppe haben (z.B. Gebäudeteil A, Revier 3) sowie eine hinterlegte Nutzungsart oder Verschmutzungsklasse. Diese Informationen kann man aus der Planungsphase übernehmen (oft werden in einer Attributmatrix die Raumgruppen für Reinigung, Raumkategorien etc. definiert). Ohne grafische Importfunktion muss die Zuordnung von Räumen zu Reinigungsbereichen manuell gepflegt werden – etwa indem der FM-Sachbearbeiter anhand der Grundriss-PDF die Räume einer Reinigungsrunde identifiziert und im System entsprechend markiert. Die Reinigungsfläche pro Raum (für Leistungsverzeichnisse) entstammt den hinterlegten Quadratmetern der Raumstammdaten. Aus diesen alphanumerischen Daten lassen sich Reinigungspläne und -kapazitäten berechnen, auch wenn keine farbigen Revierpläne im System vorliegen. Bei Bedarf kann man statische Übersichtspläne (PDF) der Reinigungsreviere ins CAFM einstellen, die extern erstellt wurden, um dem Reinigungspersonal Orientierung zu geben – das ist jedoch außerhalb des Systems zu pflegen.

Die Belegungsplanung (Workplace-Management) ohne Raumplan-Import erfolgt ebenfalls über listenbasierte Tools. Das CAFM führt einen Belegungsplan in Form einer Raum-Belegungs-Tabelle: jedem Raum ist eine Person oder Abteilung zugewiesen. Änderungen – z.B. ein Mitarbeiterumzug – werden durch Umsetzen dieser Verknüpfung vollzogen (Raum A bekommt andere Person zugewiesen). Damit man trotzdem einen Überblick über die Verteilung hat, können Gebäudepläne analog oder mit einfachen Mitteln visualisiert werden: Beispielsweise kann der CAFM-Admin einen Grundriss ausdrucken und Abteilungsbereiche farblich kennzeichnen oder eine externe Software nutzen, um ein Belegungsdiagramm zu zeichnen, das als Bild hinterlegt wird. Im operativen Betrieb plant man Umzüge durch Gegenüberstellen von Raumlisten (Soll vs. Ist). Einige CAFM-Systeme ermöglichen einen Export der Raum- und Personendaten, sodass zumindest eine Zuordnungsliste erzeugt werden kann, die dann manuell in einen Plan übertragen wird. Der Schlüssel ist hier eine klare Kommunikation: Die Nutzer (z.B. Disponenten für Arbeitsplätze) müssen mit den tabellarischen Auszügen arbeiten können, um freie Flächen oder Büros zu identifizieren. Trotz fehlender CAD-Schnittstelle lässt sich die Belegung somit steuern – allerdings eher datenbankorientiert als visuell interaktiv.

Führende Systeme, Workflows und Rollenverteilung

In einem Umfeld ohne integrierte Schnittstelle ist es essentiell, ein führendes System für jede Datenart festzulegen und die Zusammenarbeit der Beteiligten klar zu organisieren. Oft wird entschieden, dass die CAD-Pläne für bauliche Strukturen führend sind, während das CAFM für Betriebsdaten führend ist. Konkret bedeutet dies: Die Geometrie und Flächendaten werden im Zweifelsfall nach den CAD-Unterlagen gepflegt (da diese den Bauplan darstellen), wohingegen z.B. die aktuelle Raumnutzung, Belegung oder Ausstattung im CAFM federführend verwaltet wird. Ein konsistenter Workflow stellt sicher, dass beide Welten synchron bleiben. Beispielsweise könnte festgelegt sein, dass jede Änderung am Bau zunächst im CAD vorgenommen und dann an das CAFM gemeldet wird (siehe Umbau-Prozess oben), während Änderungen in der Nutzung (etwa Abteilungswechsel in einem Raum) vom CAFM ausgehen und bei Bedarf periodisch an die Planer gemeldet werden (damit z.B. Raumbezeichnungen auf Plänen angepasst werden können). Ohne automatische Schnittstellen verhindern solche Absprachen, dass sich parallele Dateninseln entwickeln.

Typischerweise sind folgende Rollen involviert:

  • Architekt / Planer: Er ist für die Erstellung und Aktualisierung der Gebäudepläne verantwortlich. Er liefert alle notwendigen Planunterlagen in den vereinbarten Standardformaten (DWG, PDF, Excel-Raumlisten) an den Betreiber. Bei Umbauten setzt er die Änderungen in den Plänen um und versieht sie mit Versionskennzeichnungen, bevor sie weitergereicht werden.

  • CAD-Administrator (intern): Diese Person stellt sicher, dass die gelieferten CAD-Daten den Richtlinien entsprechen (Layerstruktur, Maßstab, Dateiformate) und bereitet sie für das CAFM auf. Der CAD-Admin kann z.B. die Dateien prüfen, bei Bedarf konvertieren oder bereinigen und steht als Schnittstelle zum Architekten zur Verfügung. Er achtet darauf, dass Raumstempel und Nummern konsistent sind, und führt ggf. kleinere Plananpassungen selbst durch (sofern das erlaubt ist). In Abwesenheit einer direkten Schnittstelle fällt dem CAD-Admin eine Schlüsselrolle zu, da er die „Medienbrüche“ manuell überbrückt.

  • CAFM-Administrator: Er ist für das Datenmanagement im CAFM zuständig. Der CAFM-Admin importiert und verknüpft die gelieferten Raum- und Flächendaten mit dem System. Er legt Gebäude, Etagen, Räume an oder aktualisiert sie und sorgt dafür, dass alle Änderungen aus den Planunterlagen im CAFM landen. Außerdem kümmert er sich um die Pflege von Stammdaten (z.B. Kataloge für Raumnutzungscodes) und die Betreuung der Anwender. Ohne CAD-Schnittstelle muss der CAFM-Administrator sehr sorgfältig arbeiten, da vieles händisch erfolgt – er ist gewissermaßen die „Schnittstelle in Person“.

  • FM-Sachbearbeiter / Fachabteilungen: Die operativen Nutzer (z.B. im Reinigungsdienst, Umzugsmanagement, technische Dienste) nutzen die CAFM-Daten und pflegen tagesaktuelle Informationen ein (wie z.B. Nutzernamen bei Bezügen, Prüftermine etc.). Sie müssen geschult sein, die Systemstrukturen (Gebäude > Raum) korrekt zu verwenden. Wenn ihnen Unstimmigkeiten auffallen (z.B. ein Raum fehlt im System), melden sie dies zurück an den CAFM-Admin.

  • Dokumentenmanager (DMS-Verwalter): Falls ein Dokumentenmanagement-System oder Archiv beteiligt ist, sorgt diese Rolle für die Ablage aller Planstände, PDF-Dokumente und Nachweisprotokolle. Er vergibt z.B. Versionsnummern, stellt sicher, dass alte Stände archiviert und neue freigegeben werden. In vielen Organisationen übernimmt der CAFM-Admin diese Aufgabe mit; wichtig ist jedoch, dass die Plan-Dokumentation lückenlos erfolgt.

Darüber hinaus sollte es einen koordinierten Workflow geben, der alle Rollen verzahnt. Beispielsweise wird im Rahmen eines Bauprojekts ein FM-Projektleiter oder Koordinator benannt, der die Übergabe der Daten an das FM sicherstellt. Dieser überwacht, dass der Architekt pünktlich die Unterlagen liefert, der CAFM-Admin sie einliest und die FM-Abteilung die Abnahme macht. Insgesamt ersetzen klar definierte Rollen und Abläufe die fehlende automatische Technik. Jeder Beteiligte kennt seine Verantwortung und die Datenübergaben sind formalisiert – so werden Medienbrüche durch gute Organisation gemindert.

Dokumentation der Planstände und Aktualisierungen

Ohne Schnittstelle ist die Dokumentation aller Planstände und Änderungen umso wichtiger, da das CAFM-System nicht automatisch erkennt, wann es einen neuen Plan gibt oder ob die Daten aktuell sind. Daher muss ein versionsbasiertes Planmanagement etabliert werden. Jeder Plan (Grundriss, Schema usw.) erhält eine eindeutige Planstands-Nummer oder Versionskennung, die sowohl auf dem CAD-Papier/PDF-Plan vermerkt ist als auch im CAFM hinterlegt wird. Zum Beispiel könnte ein Planstand „P04“ bedeuten, dass bereits drei Revisionen erfolgt sind. Der aktuelle Planstand wird im CAFM dokumentiert (etwa in einem Metadatenfeld beim Gebäude oder Geschoss: „Planstand: 2025-08, Version P04“). Ältere Versionen des Plans werden archiviert, um im Bedarfsfall darauf zurückgreifen zu können.

Die Plan-Dokumentation umfasst auch die Nachverfolgbarkeit von Änderungen. Für jede Planrevision sollte ein Änderungsprotokoll existieren – sei es als separate Liste oder eingebettet im Plan (Änderungsindex). Dieses Protokoll wird im CAFM bzw. DMS mit abgelegt. So ist später nachvollziehbar, welche Änderungen wann und von wem eingearbeitet wurden. Zugleich ist es sinnvoll, im CAFM Änderungen an Objekten (z.B. Raumgrößen) durch historische Datensätze oder Kommentare zu vermerken, falls das System dies unterstützt.

Organisatorisch werden Verfahren zur Planfreigabe definiert

Ein neuer Plan (z.B. nach Umbau) wird erst dann als gültig erklärt, wenn das FM ihn geprüft und freigegeben hat. Diese Freigabe sollte dokumentiert werden (etwa durch ein Abnahmeprotokoll oder Freigabestempel im Plan). Erst danach werden die Daten ins CAFM übernommen. Damit stellt man sicher, dass nur verifizierte Änderungen in die Betriebsdokumentation einfließen.

Schließlich ist die Langzeitarchivierung aller relevanten Planunterlagen sicherzustellen. Auch ohne CAD-Schnittstelle gelten Normanforderungen, z.B. PDF/A-Formate für dauerhafte Lesbarkeit und ISO 9001-Vorgaben zur Dokumentenlenkung. Alle endgültigen Planstände gehören in ein zentrales Archiv (elektronisch oder physisch), auf das das FM-Team Zugriff hat. Dieses Archiv dient als Referenz und erlaubt es, beispielsweise bei Unklarheiten die ursprünglichen Pläne heranzuziehen. Durch regelmäßige Dokumentation und Aktualisierung – und Kontrollen, ob die Dokumentation mit der Realität übereinstimmt – bleibt das CAFM-System auch ohne direkte CAD-Anbindung verlässlich. Es wird deutlich: Nicht die Technik, sondern das organisatorische Rückgrat aus Standards, Prozessen und Verantwortlichkeiten hält in diesem Szenario die Daten konsistent und aktuell.