Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

CAFM / Rechnungseingangsbuch: getrennte Verfahren

Facility Management: FM-Software » Schnittstellen » Fibu » CAFM / Rechnungseingangsbuch

Rechnungseingangsbuch im CAFM-System zur digitalen Erfassung und Verwaltung eingehender Rechnungen

Organisatorische Schnittstellen im CAFM (ohne technische Integration des Rechnungseingangsbuches)

Einführung: In einem CAFM-System (Computer-Aided Facility Management) fallen vielfältige Daten und Prozesse an, die idealerweise mit anderen IT-Systemen (z.B. ERP/Finanzbuchhaltung, DMS oder IoT-Plattformen) vernetzt sind. Oft werden dafür technische Schnittstellen eingerichtet, um Informationen automatisch auszutauschen (z.B. Kosten- und Rechnungsdaten zwischen CAFM und ERP). Wenn jedoch auf technische Schnittstellen verzichtet wird, müssen die abteilungs- und systemübergreifenden Abläufe organisatorisch geregelt werden. Das heißt, klare Prozesse, Zuständigkeiten und manuelle Verfahren ersetzen die automatische Datenintegration. Dies erfordert genaue Absprachen darüber, wer welche Daten pflegt, welches System führend für bestimmte Informationen ist und wie Änderungen oder Übergaben erfolgen. Fehlen solche organisatorischen Vereinbarungen, drohen widersprüchliche Datenstände zwischen CAFM und anderen Systemen. Außerdem entsteht durch den Verzicht auf technische Kopplungen oft ein Medienbruch, der die Nachvollziehbarkeit erschwert und manuelle Arbeit nach sich zieht. Im Folgenden werden zwei Beispiele für solche organisatorischen Schnittstellen ausführlich betrachtet – das Rechnungseingangsbuch der Finanzbuchhaltung (elektronische Rechnungsverarbeitung) und das Fremdfirmenmanagement im Facility Management. Für jedes Beispiel werden mögliche organisatorische Schnittstellen und alternative Vorgehensweisen beschrieben.

Getrennte Verfahren für CAFM-Rechnungsverarbeitung

Rechnungseingangsbuch & elektronische Rechnungsverarbeitung (Finanzbuchhaltung)

Szenario: Im Facility Management fallen zahlreiche Eingangsrechnungen an (z.B. für Wartungen, Reparaturen oder Dienstleistungen externer Firmen). In der Regel werden Rechnungen und die finanzielle Abwicklung im ERP-System bzw. in der Finanzbuchhaltung bearbeitet. Ein Rechnungseingangsbuch erfasst alle eingehenden Rechnungen zentral und steuert deren weiteren Bearbeitungsprozess (Prüfung, Freigabe, Buchung). Wird keine technische Schnittstelle zwischen dem CAFM-System und dem Rechnungseingangsbuch (ERP) eingerichtet, muss der Informationsaustausch organisatorisch erfolgen. Wichtig ist dabei zu definieren, welches System für welche Daten führend ist – häufig verbleiben buchhalterische Daten im ERP, während das CAFM nur lesend darauf zugreift oder manuell Abgleiche durchführt. Zum Beispiel können Kostenstellen und Budgetdaten in der Finanzbuchhaltung gepflegt werden, und das CAFM übernimmt diese lediglich, anstatt sie doppelt zu führen. Umgekehrt müssen Kosten aus dem Gebäudebetrieb (z.B. Instandhaltungskosten), die im CAFM erfasst wurden, regelmäßig an Controlling/Finanzwesen gemeldet werden – ohne Schnittstelle eben durch manuelle Berichte oder Importe.

  • Manueller Rechnungsprüfungs- und Freigabeprozess: Ohne automatische Schnittstelle wird die Zusammenarbeit zwischen FM-Abteilung und Buchhaltung über einen festgelegten Workflow organisiert. Beispielsweise erhält die FM-Abteilung eingehende Rechnungen (physisch oder elektronisch per E-Mail) und prüft diese inhaltlich: Eine Sachbearbeiterin im FM gleicht die Rechnung mit den CAFM-Daten ab (etwa dem zugehörigen Auftrag oder Vertrag im CAFM-System). Ist die Leistung korrekt erbracht und die Rechnung sachlich richtig, wird sie organisatorisch freigegeben – z.B. durch Unterschrift auf dem Papierdokument oder Freigabevermerk in einer E-Mail an die Buchhaltung. Anschließend übermittelt die FM-Abteilung die freigegebene Rechnung an die Finanzbuchhaltung. Ohne technische Integration bedeutet dies oft doppelte Datenerfassung: Die Rechnungsdaten werden manuell im ERP/Rechnungseingangsbuch erfasst (durch die Buchhaltung) und relevante Referenzen müssen von der FM-Abteilung mitgegeben werden (z.B. Auftragsnummer aus dem CAFM). Dieser Prozess erfordert klare Zuständigkeiten und Kommunikation: Wer holt die benötigten CAFM-Informationen zur Rechnung ein? Wer ist dafür verantwortlich, dass die Rechnung fristgerecht freigegeben wird? Durch solche organisatorischen Absprachen lässt sich sicherstellen, dass trotz fehlender IT-Integration alle Rechnungen korrekt geprüft und verbucht werden. Wichtig ist auch die Dokumentation: Jede manuelle Freigabe sollte nachvollziehbar festgehalten werden, da bei Medienbrüchen Änderungen schwerer zu tracken sind.

  • Nutzung eines gemeinsamen digitalen Workflows (ohne direkte Systemkopplung): Eine Alternative zum rein manuellen E-Mail/Papier-Prozess ist die Einführung eines gemeinsamen Rechnungsworkflow-Tools (z.B. ein eRechnungssystem oder DMS) an dem beide Abteilungen beteiligt sind. Zum Beispiel könnte die Organisation ein elektronisches Rechnungseingangsbuch nutzen, in dem Eingangsrechnungen gescannt und digital erfasst werden. Die FM-Abteilung erhält darin Zugriff auf „ihre“ Rechnungen zur inhaltlichen Prüfung. In diesem Fall ist das organisatorische Interface ein abgestimmter Workflow: Die Systeme an sich sind nicht integriert, aber die Mitarbeiter*innen arbeiten in einer gemeinsamen Plattform. Die FM-Sachbearbeiter prüfen und markieren dort die Rechnungen als geprüft, ggf. mit Vermerk der Auftragsnummer oder Kostenstelle aus dem CAFM. Anschließend übernimmt die Buchhaltung in derselben Plattform die weitere Bearbeitung (Kontierung, Buchung ins ERP). Dieses Verfahren vermeidet doppelte Datenpflege, weil die Rechnung einmal digital erfasst wird und alle Freigabeschritte innerhalb eines Systems erfolgen – allerdings erfordert es Schulung und disziplin übergreifende Zusammenarbeit. Vorteil: weniger Medienbrüche, höhere Transparenz (alle Beteiligten sehen den Status der Rechnung). Nachteil: Es ist trotzdem keine echte Integration ins CAFM – d.h. Kosten oder Zahlungen müssen ggf. von Hand ins CAFM nachgetragen werden, sofern dort Auswertungen erfolgen sollen.

  • Dateibasierter Austausch (Excel/CSV-Importe): Falls bestimmte Daten zwischen CAFM und Finanzsystem regelmäßig abgeglichen werden müssen (etwa Kostenbuchungen pro Objekt, oder Rechnungslisten), kann ein semi-manuelles Verfahren etabliert werden. Viele CAFM-Systeme erlauben den Import/Export von Excel- oder CSV-Dateien. In Abwesenheit einer direkten Schnittstelle könnte die Buchhaltung z.B. monatlich eine Excel-Liste aller FM-bezogenen Rechnungen (Rechnungseingangsbuch-Auszug) erstellen. Die FM-Abteilung importiert diese Datei ins CAFM, um dort aktuelle Ist-Kosten je Auftrag oder Kostenstelle zu aktualisieren. Umgekehrt könnte das CAFM Kostenaufstellungen (z.B. für Betriebskostenabrechnungen) nach Excel exportieren, welche die Buchhaltung manuell ins ERP übernimmt. Dieses organisatorische Vorgehen erfordert definierte Formate und Verantwortlichkeiten: Wer erzeugt wann die Datei? Wer prüft den korrekten Import? Es empfiehlt sich, standardisierte Import-Vorlagen und Protokolle zu verwenden, um Fehler zu minimieren. So kann man Medienbrüche zwar nicht völlig vermeiden, aber doch „beherrschbar“ machen – indem klar dokumentiert ist, welche Datenquelle maßgeblich ist und wie die Übertragung abläuft. Dieses Excel-basierte Verfahren wird in der Praxis tatsächlich häufig als pragmatische Lösung eingesetzt, gerade von kleineren FM-Teams ohne große IT-Integrationen. Allerdings bleibt ein Restrisiko von Dateninkonsistenzen, wenn z.B. ein manueller Import vergessen oder fehlerhaft durchgeführt wird.

  • Festlegung führender Systeme & Verzicht auf Doppelpflege: Eine weitere organisatorische Maßnahme ist die Aufgabenteilung zwischen den Systemen, um Schnittstellenbedarf zu reduzieren. So könnte entschieden werden, dass sämtliche Rechnungsdaten ausschließlich in der Finanzbuchhaltung gepflegt werden und das CAFM diese Details gar nicht im Einzelnen speichert. Das CAFM würde dann nur aggregierte Informationen nutzen – etwa die Gesamtbetriebskosten pro Objekt oder die Summe aller Wartungskosten pro Periode, welche die Buchhaltung dem FM meldet. Im CAFM könnte man anstatt jeder Einzelrechnung nur Verweise (z.B. auf Belegnummern im ERP) hinterlegen. Diese organisatorische Schnittstelle bedeutet: Die FM-Abteilung verzichtet darauf, Rechnungen doppelt im CAFM zu erfassen, und verlässt sich stattdessen auf Berichte aus dem ERP-System. Wichtig ist hier, dass es Verständnis auf beiden Seiten gibt: Die Buchhaltung muss wissen, welche Auswertungen das FM braucht (z.B. Kosten pro Gebäude, Kosten pro Dienstleistungsvertrag) und diese regelmäßig liefern; die FM-Seite akzeptiert, dass das ERP das führende System für Rechnungsdetails ist. Alternativ kann es auch Fälle geben, in denen die FM-Abteilung Rechnungen vorerfasst (z.B. im CAFM) und die Buchhaltung nur noch buchhalterisch im ERP verbucht – jedoch ohne integrierte Schnittstelle würde das wiederum Doppelerfassung bedeuten. Daher ist es meist effizienter, sich auf ein System als Master für Rechnungsinformationen zu einigen und entsprechende organisatorische Prozesse zu definieren.

  • Zusammengefasst: Ohne technische Integration des Rechnungseingangsbuchs ist es entscheidend, durch organisatorische Schnittstellen reibungslose Abläufe sicherzustellen. Dies umfasst klare Workflows für die Rechnungsfreigabe, definierte Austauschformate (z.B. Excel-Listen) und Rollenzuweisungen (wer erfasst, prüft, meldet Daten weiter). Die Herausforderung besteht darin, Medienbrüche möglichst gering zu halten und trotzdem die Konsistenz der Daten zu wahren. In der Praxis bewähren sich hybride Lösungen, die zwar manuelle Schritte erfordern, aber durch Standardisierung und Verantwortungsregeln effizient gestaltet sind. So können CAFM und Finanzbuchhaltung auch ohne direkte IT-Schnittstelle “an einem Strang ziehen” und sicherstellen, dass finanzrelevante FM-Daten korrekt übermittelt und verbucht werden.

Fremdfirmenmanagement

Szenario: Das Fremdfirmenmanagement bezieht sich auf die Steuerung externer Dienstleister im FM, z.B. Reinigungsunternehmen, Sicherheitsdienste, Wartungsfirmen für Aufzüge, Klima etc. Diese Fremdfirmen erbringen Leistungen am Gebäude, die vom CAFM-System typischerweise als Aufträge oder Wartungspläne verwaltet werden. Idealerweise werden solche Aufträge elektronisch an die Dienstleister übermittelt und Statusrückmeldungen (erledigt, Prüfberichte, Zeiten, Materialverbrauch usw.) fließen zurück ins CAFM. Ohne eine technische Schnittstelle (wie z.B. eine direkte Software-Integration oder automatische Datensynchronisation) müssen diese Informationsflüsse durch organisatorische Maßnahmen sichergestellt werden. Das bedeutet, Auftraggeber und Auftragnehmer einigen sich auf manuelle oder halbautomatische Verfahren, um Auftragsdetails, Rückmeldungen und Abrechnungsgrundlagen auszutauschen.

  • Auftragsübermittlung per E-Mail oder Papier: Eine einfache organisatorische Schnittstelle ist die Vergabe von Aufträgen via E-Mail (ggf. mit angehängtem PDF) oder sogar per Fax/Post. In diesem Modell erstellt die FM-Abteilung einen Arbeitsauftrag im CAFM-System (z.B. für eine Reparatur oder Wartung) und exportiert die relevanten Informationen manuell in verständlicher Form – etwa als PDF-Dokument oder als ausgedruckten Arbeitsauftrag. Dieses Dokument wird der Fremdfirma zugesandt. Alle wichtigen Details (Auftragsnummer, Ort, Leistungsbeschreibung, Ausführungszeitraum, Ansprechpartner etc.) müssen enthalten sein, da keine direkte Systemanbindung besteht. Rückmeldung: Die Fremdfirma führt den Auftrag aus und schickt anschließend einen Leistungsnachweis oder Bericht zurück (per E-Mail/PDF oder postalisch). Ein gängiges Verfahren ist z.B., dass der Techniker der Fremdfirma ein vom Auftraggeber bereitgestelltes Formular vor Ort ausfüllt und vom Objektverantwortlichen gegenzeichnen lässt. Dieses Formular wird dann an die FM-Abteilung geschickt. Dort werden die Informationen händisch ins CAFM übertragen – z.B. Markierung des Auftrags als erledigt, Eintrag von Durchführungsdatum, Ist-Zeiten und ggf. hinterlegter Prüfbericht als Datei. Die organisatorische Schnittstelle hier ist also ein dokumentbasierter Prozess: Auftraggeber und Auftragnehmer einigen sich auf Formulare bzw. E-Mail-Abläufe, um Auftragsdaten auszutauschen. Wichtig ist, Deadlines und Verantwortliche festzulegen: Die FM-Abteilung muss verfolgen, ob Rückmeldungen zeitnah eintreffen, und die Fremdfirma weiß, bis wann sie Bericht erstatten muss. Nachteile dieses Ansatzes sind mögliche Verzögerungen und Medienbrüche – Daten müssen vom PDF ins CAFM übertragen werden, was fehleranfällig sein kann. Daher sollten eindeutige Referenzen (z.B. Auftragsnummern) verwendet werden, damit Zuordnungen klar sind.

  • Nutzung eines Dienstleister-Portals (gemeinsame Plattform): Viele CAFM-Systeme bieten Portalfunktionen oder Web-Zugänge für externe Dienstleister an. Wenn keine direkte Software-zu-Software-Schnittstelle eingerichtet wird, kann dies eine gute organisatorische Lösung sein: Die Fremdfirma erhält einen begrenzten Zugang zum CAFM-System des Auftraggebers. Über dieses Portal kann sie die ihr zugewiesenen Aufträge einsehen, Rückmeldungen eingeben (z.B. „Arbeit erledigt am [Datum], Techniker: [Name], Materialverbrauch: [xyz]“) und Dokumente wie Wartungsprotokolle hochladen. Organisatorisch bedeutet das: Der Auftraggeber stellt Schulung und Support bereit, damit die Dienstleister mit dem Portal umgehen können, und definiert im Vertrag oder in Service-Vereinbarungen, dass das Portal für die Kommunikation genutzt wird. Die Fremdfirma wiederum verpflichtet sich, alle relevanten Statusupdates dort einzutragen. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass kein Medienbruch zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer entsteht – beide arbeiten mit derselben Datenbasis (dem CAFM-System als gemeinsamer Plattform). Allerdings ist es technisch gesehen schon eine Integration insofern, als die Fremdfirma online Zugriff auf Teile des CAFM hat; aber es handelt sich um keine Kopplung zweier unterschiedlicher Software, sondern um eine organisatorische Einbindung externer Nutzer in das eigene System. Alternativ zum CAFM-eigenen Portal setzen manche Unternehmen auch allgemeine Plattformen ein (etwa Cloud-Projektplattformen oder Ticketing-Systeme), in denen sie Fremdfirmen einbinden – der Datentransfer ins CAFM erfolgt dann ggf. wieder manuell durch die FM-Abteilung. Wesentlich ist, dass klar geregelt ist, welche Daten der Dienstleister eintragen muss (z.B. Arbeitsstunden, Bericht) und wer auf Auftraggeberseite diese entgegennimmt und prüft.

  • Periodische Abstimmung und manuelle Übertragung: In manchen Fällen – insbesondere bei wiederkehrenden Leistungen wie regelmäßiger Wartung oder Reinigung – kann ein rhythmischer organisatorischer Prozess etabliert werden, anstatt jeden Auftrag einzeln digital zu verfolgen. Beispielsweise könnten wöchentliche oder monatliche Meetings/Calls mit den Fremdfirmen stattfinden, in denen die erledigten Arbeiten und anstehenden Aufgaben besprochen werden. Die Fremdfirma liefert dabei eine Liste der erledigten Leistungen (z.B. alle im letzten Monat durchgeführten Wartungen mit Datum, Ergebnis, offenen Mängeln etc.). Diese Liste kann in einfacher Form (Excel oder schriftlich) erstellt sein. Die FM-Abteilung nimmt diese Informationen und aktualisiert gebündelt das CAFM-System (z.B. alle Perioden-Wartungsaufträge als erledigt markieren und Soll/Ist-Zeiten einpflegen). Ebenso werden neue Aufträge für den nächsten Zeitraum vereinbart und anschließend vom FM-Team ins CAFM eingestellt. Dieses Vorgehen verzichtet auf laufende elektronische Kommunikation; stattdessen findet die Schnittstelle auf organisatorischer Ebene in festen Intervallen statt. Alternative Verfahren hierbei: Einige Organisationen lassen Fremdfirmen sogenannte Sammel-Leistungsnachweise führen – etwa ein Bautagebuch oder Servicelog, das regelmäßig abgeholt wird. Andere nutzen Excel-Listen, die zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber ausgetauscht und fortgeschrieben werden (z.B. eine geteilte Cloud-Tabelle). Wichtig ist auch hier, dass eindeutige Bezugspunkte existieren (Auftragsnummern oder Leistungsbeschreibung), damit beim Nachtragen im CAFM keine Verwechslungen auftreten. Dieser Ansatz reduziert den Aufwand ständiger Kommunikation, erfordert jedoch Vertrauen und regelmäßige Kontrollen. Zudem kann es bei längeren Intervallen zu Verzögerungen in der Datenpflege kommen, was z.B. das Reporting aktueller Zustände im CAFM erschwert.

  • Vereinheitlichte Dokumentation und Standards: Ein weiterer organisatorischer Ansatz, um fehlende Systemintegrationen abzufedern, ist die Standardisierung der Zusammenarbeit. Auftraggeber können z.B. vorschreiben, dass alle Fremdfirmen bestimmte Leistungsnachweis-Formulare nutzen oder ihre Rechnungen mit Referenznummern (z.B. CAFM-Auftragsnr.) ausstellen müssen. Damit wird die manuelle Zuordnung im CAFM und in der Buchhaltung erleichtert. Ein Beispiel: Für Wartungsaufträge stellt die FM-Abteilung ein Formular „Wartungsbericht“ bereit, das alle erforderlichen Felder enthält (Auftragsnr., Datum, durchgeführte Arbeiten, Ergebnisse, Unterschrift etc.). Die Fremdfirma füllt dieses nach jedem Einsatz aus. Dieses Papier oder PDF dient dann intern als Grundlage, um das CAFM zu aktualisieren und ggf. eine Rechnung freizugeben. Alternative Verfahren umfassen hier auch den Einsatz von GAEB-Dateien oder anderen Austauschformaten bei Ausschreibungen und Abrechnungen: Im Bau- und FM-Bereich ist GAEB ein Standard, um Leistungsverzeichnisse und Abrechnungsdaten strukturiert zu übermitteln. Organisatorisch könnte man vereinbaren, dass bei größeren Instandhaltungsprojekten der Dienstleister die Abrechnung in GAEB/XLS liefert, welche die FM-Abteilung dann in ihr System einliest. Dies ist zwar wieder ein technischer Schritt (Import einer Datei), aber kein vollautomatisierter Schnittstellenbetrieb – die Organisation muss den Prozess initiieren und überwachen. Ziel solcher Standardisierung: Reibungsverluste reduzieren und Klarheit schaffen, damit trotz unterschiedlicher Systeme die Infos kompatibel sind.

  • Zusammengefasst: Im Fremdfirmenmanagement ohne technische Schnittstellen ist Kommunikation und Prozessgestaltung der Schlüssel. Alle Beteiligten müssen genau wissen, wie Aufträge übergeben und Rückmeldungen erbracht werden. Oft werden Service-Level-Agreements (SLAs) in Verträgen festgelegt, die z.B. Reaktions- und Bearbeitungszeiten definieren – deren Einhaltung muss dann organisatorisch überwacht werden (z.B. manuelles Nachhalten im CAFM). Die größte Herausforderung besteht darin, externe Akteure in die eigenen Abläufe einzubinden, ohne Medienbruch. Lösungen wie Dienstleisterportale oder regelmäßige Abstimmungen können dies unterstützen. Entscheidend ist, dass der Datenaustausch nachvollziehbar dokumentiert und Verantwortlichkeiten klar verteilt sind. Auch sollte man flexibel bleiben: Wenn z.B. ein Dienstleister wechselt oder sich interne Prozesse ändern, muss das organisatorische Schnittstellenkonzept angepasst werden (Änderungsmanagement). Insgesamt zeigt sich, dass mit wohlüberlegten organisatorischen Schnittstellen ein CAFM-System effektiv betrieben werden kann – auch wenn die maximale Automatisierung fehlt. Es erfordert zwar mehr manuellen Aufwand und Abstimmung, doch durch Standards, regelmäßige Kommunikation und klare Rollenverteilung lässt sich ein verlässlicher Informationsfluss zwischen CAFM, internen Abteilungen und Fremdfirmen sicherstellen. Dies macht das CAFM zur zentralen Plattform, auf die alle Beteiligten zugreifen können, und gewährleistet, dass Daten konsistent bleiben und Prozesse im Facility Management reibungslos ablaufen.

  • Organisatorische Schnittstellen sind in der CAFM-Praxis unverzichtbar, vor allem wenn technische Integrationen fehlen. Indem man Abläufe bereichsübergreifend definiert, Verantwortliche bestimmt und pragmatische Hilfsmittel (Excel-Exporte, Portale, standardisierte Formulare etc.) einsetzt, kann man den Informationsaustausch zwischen CAFM-System, Finanzwesen und externen Dienstleistern erfolgreich gestalten. Die Erfahrung zeigt, dass eine solche bereichsübergreifende Zusammenarbeit – kombiniert mit dem schrittweisen Abbau von Medienbrüchen, wo möglich – den Nutzen des CAFM erheblich steigert. Selbst wenn 100% Automatisierung selten erreichbar sind, lassen sich durch organisatorische Lösungen viele Schnittstellenprobleme abfedern und ein effizienter, transparenter FM-Betrieb gewährleisten.